12. September 2022 | Marktberichte

Aargauer Konjunkturbarometer

Konjunkturbarometer klettert überraschend
Aargauer Konjunkturbarometer
Der Aargauer Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Aargau Services Standortförderung stoppt den mehrmonatigen Abwärtstrend. Er steigt um 2,6% auf 90,5 Punkte. Damit tendiert der Barometer noch knapp 10% unter dem langfristigen Wachstumstrend von 100 Punkten. Rückenwind gab es vom Konsumenten- und Investorenvertrauen, vom Arbeits- und Automarkt.
 

Wieder leicht optimistischere Tendenzen bei Investoren und Konsumenten

Innert Monatsfrist hat sich das Investorenvertrauen wieder leicht verbessert. Zwischenzeitlich stiegen die Risikopapiere an den Finanzmärkten signifikant, um schliesslich gegen Ende Monat die Gewinne wieder weitgehend abzugeben. Die Volatilität war allerdings zuletzt nur moderat gestiegen und der Schweizer Franken verlor zum Euro wieder etwas an Wert. Die beiden Währungen tendieren derzeit wieder nahe an der Parität.
Das schöne Wetter beflügelte Gastronomie, Events und Outdoor-Aktivitäten, was für die zuletzt gelittene Konsumenten-Stimmung unterstützend wirkte. Im Juli hatte das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) über eine rekordtiefe Konsumentenstimmung berichtet: Die SECO-Konsumentenstimmung war auf den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1972 gefallen und damit auch tiefer als zum Höhepunkt der Covid19-Pandemie.

Arbeitsmarkt mit positiven Signalen

Das Angebot am Schweizer Arbeitsmarkt war in den vergangenen Monaten im Kanton Aargau und schweizweit auf hohem Niveau rückläufig. Im August änderte sich dies jedoch. Es gab wieder einen Zuwachs an Stellenangeboten (basierend auf saisonbereinigten Daten). Inwiefern der Fachkräftemangel und die längere Publikationsdauer der Stellenanzeigen auf den Online-Plattformen eine Rolle spielt, kann derzeit noch nicht abschliessend beurteilt werden.

Industrie - Sorgen und Lichtblicke

Der procure.ch Purchasing Managers- Index (PMI), herausgegeben von procure.ch und Credit Suisse, zeigt nach wie vor eine erstaunlich stabile Industrie-Aktivität in der Schweiz an und ist im Gegensatz zur Eurozone nach wie vor weit von einer Kontraktion entfernt. Im August ist der PMI zwar erneut gesunken. Gut gefüllte Auftragsbücher lassen jedoch gemäss procure.ch Produktionssteigerungen in den kommenden Monaten erwarten. Beim Auftragsbestand gab es ein Plus von 1,5 Punkten. Positiv ist unter anderem das andauernde Beschäftigungswachstum zu werten. Immerhin 23% der Betriebe stellen derzeit neue Mitarbeitende ein und Personalabbau ist weiterhin nur für 7% der befragten Schweizer Industrieunternehmen ein Thema. 
Lichtblicke gibt es sogar vom verarbeitenden Gewerbe in Europa. Die Produktionsprognose für die kommenden Monate hat sich leicht aufgehellt. Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die internationalen Frühindikatoren der Industrie besorgniserregend sind. Der handelsgewichtete Einkaufsmanager-Index für die Schweizer Industrie, welcher nur ausländische PMIs berücksichtigt, ist innerhalb eines Monats erneut um einen weiteren Prozentpunkt auf 49,9 Zähler gesunken. 50 Punkte markieren die Grenze zwischen Expansion und Kontraktion.

Bauwirtschaft nähert sich dem langfristigen Wachstum

Seit den Preisschocks auf Energieträgern und Materialien zeigen die Baugesuche gemäss unseren Erhebungen schweizweit einen negativen Trend. Gemäss dem KOF-Baublatt-Ausblick nähert sich die Baukonjunktur dem langfristigen Wachstumstrend - Ende 2021 war ein überdurchschnittliches Wachstum vorausgesagt worden. Aufgrund der Bau-Teuerung von rund 4% wird zwar bis zum Prognosehorizont Anfang 2023 eine weitere Ausdehnung der nominalen Bauinvestitionen erwartet. Die aktuellen Preisschübe im Baugewerbe führen jedoch dazu, dass sich die Investitionen mengenmässig voraussichtlich schwächer entwickeln werden. 

Normalisierung auf dem Automarkt

Nach einigen negativen Monaten gab es auf dem Automarkt endlich eine merkliche Entspannung. 21% sprangen im August die Autoverkäufe nach oben (nach Saison- und Arbeitstag-Bereinigung). Offenbar konnten bereits früher bestellte Fahrzeuge nun auch tatsächlich geliefert werden. Allerdings hinkt der Schweizer Automarkt im aktuellen Jahresverlauf immer noch 11% der Vorjahresperiode hinterher. 

Swiss Index steigt 2,1%

Der ebenfalls von der Aargauischen Kantonalbank und Aargau Services Standortförderung herausgegebene und analog erhobene gesamtschweizerische Benchmark - der Swiss Index - gewinnt 2,1% und beträgt neu 87,9 Punkte. Der Swiss Index, bei welchem die Finanzmarkt-Komponente höher und die Industrie-Komponente sowie der Aussenhandel tiefer gewichtet ist, notiert aktuell 12,1 Punkte unter dem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten. Gemäss der Methodologie kehren beide Indizes früher oder später auf den Wert von 100 Punkten zurück. Das Momentum der beiden Indizes sollte mit einer Verzögerung von rund drei bis sechs Monaten durch die offiziellen Wirtschaftsdaten reflektiert werden. Weiterhin gut schlägt sich aktuell hingegen die gesamte Schweizer Industrie. Der procure.ch Purchasing Managers- Index (PMI) für die Schweiz zeigt eine stabile Industrieaktivität an und ist im Gegensatz zur Eurozone noch von einer Kontraktion deutlich entfernt, aber auch hier nimmt die Dynamik weiter ab. Der Dienstleistungssektor büsst nach der Erholung von der Pandemie an Schwung ein. Zum ersten Mal seit Beginn der Lieferkettenproblematik ist zudem bei den Einkaufspreisen gemäss procure.ch eine deutliche Entspannung zu erkennen. Die Komponente des Auftragsbestands hat sich allerdings um rund acht Prozentpunkte nach unten bewegt. 

 

Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Aargau Services Standortförderung:

Der Aargauer Konjunkturbarometer zeigt die aktuelle Dynamik der Aargauer Wirtschaft auf. Der Barometer berücksichtigt zentrale Säulen der Wirtschaft. Zu den Komponenten gehören die Stimmung der Konsumenten und Investoren, das Geschäftsklima sowie im Speziellen die Indizes der Industrie und der Finanzwirtschaft. Der Barometer wertet nur Daten aus, die zeitnah verfügbar sind. Im Indikator-Design spielen frühzyklische Komponenten eine besonders wichtige Rolle. Auf diese Weise wird die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftsleistung - gemessen am Bruttoinlandprodukt - mehrere Monate im Voraus antizipiert. Innovative Techniken wie Internet-Analysen und neue Datenquellen werden ins System eingebunden. Neben dem Aargauer Konjunkturbarometer haben die Aargauische Kantonalbank und Aargau Services Standortförderung einen weiteren, nationalen Indikator kreiert: Der entsprechende Swiss Index verfügt über die gleiche Methodologie wie der regionale Index. Hingegen unterscheiden sich die beiden Indikatoren teilweise bezüglich der Gewichtung und Daten. Der historische Durchschnitt beider Indikatoren beträgt immer 100. Das heisst auch: Der Barometer verläuft in einer gewissen Bandbreite langfristig seitwärts. Werte über 100 signalisieren ein im historischen Vergleich überdurchschnittliches Wachstum; Werte unter 100 ein unterdurchschnittliches Wachstum.

 

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