Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit hat bei der AKB eine lange Tradition.

Seit der ersten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Jahr 2007 hat die AKB ihr Engagement schrittweise ausgebaut. Im Berichtsjahr hat der Dialog mit den Anspruchsgruppen gezeigt, dass mehr nachhaltige Bankdienstleistungen bzw. Bankprodukte gewünscht werden.

2020 machen wir im Kerngeschäft deshalb nochmals einen grossen Schritt nach vorne: Wir werden unsere nachhaltige Produkt- und Dienstleistungspalette erweitern und vereinen damit im Hypothekarbereich Kapitalgeber und Kreditnehmer nachhaltig. Unsere Kundinnen und Kunden sollen dabei weiterhin frei entscheiden können, ob eine nachhaltige Alternative im Bankgeschäft für sie infrage kommt oder nicht. Gleichzeitig wollen wir auch die Transparenz im Anlagebereich erhöhen, eine Prüfung des Anlageprozesses durchführen und bei Depot- bzw. Fondspositionen eine überprüfbare Nachhaltigkeit bieten.

Die AKB will damit im Bereich der Nachhaltigkeit weiterhin ihre Verantwortung wahrnehmen. Das Thema wird bei uns nicht aus der Not heraus abgehandelt, sondern als Chance genutzt, damit wir uns auch zukünftig als verlässliche Partnerin positionieren.

Werte & Grundsätze

Corporate Profile

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) ist eine führende Universalbank für Privat- und Firmenkunden sowie für institutionelle Anleger. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Staatsanstalt, befindet sich vollständig im Eigentum des Kantons Aargau und verfügt über die volle Staatsgarantie. Rechtsgrundlage bilden die Kantonsverfassung und das Gesetz über die Aargauische Kantonalbank (AKBG). Die AKB fördert die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Kantons Aargau und berücksichtigt besonders die Bedürfnisse seiner Bevölkerung. Die AKB ist mit 32 Geschäftsstellen im Kanton Aargau und im angrenzenden solothurnischen Gebiet Olten-Gösgen-Gäu vertreten. Sie betreut rund 230 000 Kundinnen und Kunden. Ausserhalb der Schweiz unterhält sie keine Geschäftsstellen, kann aber im Ausland ihre Geschäfte tätigen und Dienstleistungen anbieten, sofern daraus keine unverhältnismässigen Risiken entstehen. Die AKB zählt rund 810 Mitarbeitende; davon sind 77 Lernende und Praktikanten. Alle Arbeitsverträge basieren auf den Vorschriften des Schweizerischen Obligationenrechts, dem Arbeitsgesetz, den sozialpartnerschaftlichen Vereinbarungen und erfüllen die Kriterien zur Lohngleichheit. Als regional verwurzelte Bank berücksichtigt sie wo immer möglich auch regionale Lieferanten. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die AKB 2019 mit einem AA-Rating ausgezeichnet. Damit gehört sie weltweit zu den sehr gut bewerteten Banken. Die AKB verfügt über eine von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) erteilte Bankenbewilligung und untersteht ihrer Aufsicht und Kontrolle.

Nachhaltige Unternehmensführung

Die AKB setzt auf ein nachhaltiges Wachstum, das auf Vertrauen, Sicherheit und Kundennähe sowie auf einem verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen basiert. Sie integriert ökologische und soziale Themen in ihre unternehmerischen Entscheidungen. Die AKB führt einen ständigen Dialog mit allen ihren Anspruchsgruppen. Die Nachhaltigkeit ist in der Gesamtbankstrategie 2016-2020 verankert und basiert auch auf dem Leistungsauftrag im Kantonalbankengesetz zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung im Kanton Aargau.

Nachhaltigkeitspyramide

Unter Einbezug der Nachhaltigkeits-Charta kann der Bereich der Nachhaltigkeit bei der AKB neu visualisiert und mit allen Schwerpunkten vollständig integriert werden. Die Nachhaltigkeits-Pyramide der AKB erweitert bzw. vereint das Modell des Nachhaltigkeitsrades und zeigt die verschiedenen Einflussfaktoren und Zusammenhänge des Nachhaltigkeitsmanagements mittels den fünf Ebenen der Pyramide auf. Diese Sichtweise verdeutlicht die Komplexität des Themas, verstärkt die Verankerung und regelt die Zuständigkeiten sowie die Kommunikationswege.

Nachhaltigkeitspyramide

Nachhaltigkeitscharta

Die Nachhaltigkeits-Charta beinhaltet sämtliche Grundlagen, Schwerpunkte und Leitlinien des AKB Nachhaltigkeitsmanagements und gilt als Basis für alle künftigen Anstrengungen. Mit der Ausarbeitung griffiger Richtlinien sollen Kriterien wie Legitimation, Durchsetzungskraft und Verbindlichkeit der Nachhaltigkeit sichergestellt werden.

Nachhaltigkeitsrad

Das AKB Nachhaltigkeitsrad zeigt, welche Schwerpunkte wir in den drei Bereichen der Nachhaltigkeit setzen und beruht auf der Überzeugung, dass Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft untrennbar miteinander verbunden sind. Von einer verlässlichen Bank profitieren verschiedene Anspruchsgruppen. Im AKB Nachhaltigkeitsrad werden zudem sämtliche Anspruchsgruppen den Teilbereichen Kerngeschäft, AKB als Arbeitgeberin, Betriebsökologie und Gesellschaft zugeordnet.

Nachhaltigkeitsrad

Nachhaltigkeitsgremium

Das AKB-Nachhaltigkeitsgremium koordiniert als zentrale Fachstelle das Nachhaltigkeitsmanagement der Bank. Es implementiert notwendige Massnahmen und setzt sie zielgerichtet um. Ebenfalls definiert das Gremium jährliche Handlungsfelder, erarbeitet die Zielsetzungen zuhanden der Geschäftsleitung und misst die Zielerreichung. Das Nachhaltigkeitsgremium wurde im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2020 personell vergrössert: Neu nehmen neben dem Leiter des Prüfungs- und Risikoausschusses des Bankrats der CEO und zwei seiner Geschäftsleitungskollegen Einsitz im Gremium. Damit stellt die AKB sicher, dass die Nachhaltigkeit auf der obersten Hierarchiestufe verankert ist und in alle operativen Bereiche einfliesst.

 

Hans-Ulrich Pfyffer
Leiter Prüfungs- und Risikoausschuss

 

Dieter Widmer
Direktionspräsident

 

René Chopard
Stv. Direktionspräsident

 

Mirco Hager
Bereichsleiter Kundenlösungen

 

Christine Honegger
Leiterin Kommunikation

 

Silvio Tedone
Leiter Kompetenzcenter Kredite

 

Andreas Koch
Leiter Human Resources

 

Ivo Altstätter
Leiter Infrastruktur und Sicherheit

 

Marc Sandmeier
Verantwortlicher Nachhaltigkeit

CO2-Kompensation mit Fair Recycling

Die AKB unterstützt das Klimaschutzprogramm «Fair Recycling». Das zahlt sich für alle aus. Rund 12 Tonnen CO2 stossen Herr und Frau Schweizer unter Berücksichtigung importierter Leistungen aus Drittstaaten durchschnittlich pro Kopf und Jahr in die Atmosphäre aus. Die Schweiz trägt somit rund 100 Mio. Tonnen zum globalen CO2-Ausstoss von gesamthaft rund 37 500 Mio. Tonnen bei. Es ist also dringend Zeit, zu handeln. Doch wie kann der immense Klimafussabdruck neutralisiert werden?

Der erste Weg, der aber ohne grosse Kosten und Einschränkungen nicht so schnell zum Ziel führen wird, ist, selbst zu handeln und Emissionen direkt zu vermeiden oder sofort zu reduzieren. Der zweite, indirekte und schnellere Weg führt über den Kompensationshandel. CO2-Emittenten wie die Schweizer Konsumenten bezahlen für die Umsetzung von Projekten, die die Entstehung von Kohlendioxid kompensieren. Und gute Projekte dazu gibt es viele: Moorschutzmassnahmen in Europa, Biogasanlagen in Afrika oder weltweite Aufforstungsprogramme. Sobald die Nachfrage steigt und Gelder vorhanden sind, können die Projekte starten. Der Vorteil der Kompensation liegt in der Lenkungswirkung bzw. in der Verteuerung des CO2-Ausstosses beim Investor und hilft den Regionen, die den Klimawandel am stärksten spüren.

CO2-Fussabdruck kompensieren

Es gibt zahlreiche Organisationen, die solche Programme anbieten. In letzter Zeit haben auch vermehrt Firmen verschiedenster Branchen ihre Absicht angekündigt, den CO2-Fussabdruck zu kompensieren und nicht länger untätig zu bleiben. Die AKB unterstützt seit 2013 das Klimaschutzprogramm der Aargauer Stiftung «Fair Recycling» und kompensiert die jährlichen CO2-Emissionen mit Klimazertifikaten aus einem umweltgerechten Recycling von Kühlgeräten in Brasilien. Bis heute wurden dank dem Engagement der AKB 6726 Kühlgeräte rezykliert und damit 6726 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart sowie 336 Tonnen Rohstoffe zurückgewonnen.

Grüne Arbeitsplätze in Brasilien

Neben ökologischen Aspekten hat die Zusammenarbeit mit «Fair Recycling» auch einen sozialen Effekt. Das Projekt schaffte bis heute in Brasilien grüne Arbeitsplätze und investiert viel in die berufliche Weiterbildung, die ein grosses Anliegen der Stiftung ist. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner Indústria Fox und dank der Unterstützung der AKB konnte dazu die «Fair Fox Academy» eröffnet werden. Zudem hat die Stiftung das hierzulande bereits bekannte Berufsbild des Recyclisten nach Brasilien gebracht. Mit diesem Projekt schafft «Fair Recycling» benachteiligten Bevölkerungsschichten den Zugang zu Bildung und ermöglicht langfristig Perspektiven.

Warum setzt die AKB auf den Kompensationshandel? Die AKB ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Klimaschutz zahlt sich aus, Nichtstun kostet auf lange Sicht. Eine konsequente Vorbereitung auf eine CO2-arme Gesellschaft stärkt die Position der AKB im Marktgebiet und legt gleichzeitig einen wichtigen Grundstein für den zukünftigen Geschäftserfolg.

Umbau der Weltwirtschaft ist nötig

Unbestritten ist aber, dass derartige Kompensationsprojekte allein nicht die Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sein können. Der Umbau der Weltwirtschaft weg von fossilen Energien und hin zu neuen Technologien ist unumgänglich. Da die Zeit drängt, gehört die Finanzierung von Kompensationsprojekten seit 2013 zum Nachhaltigkeitsengagement der AKB gegen den Klimawandel.

Reporting

Die AKB orientiert sich seit 2009 an der Global Reporting Initiative (GRI). Unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung umfasst das Geschäftsjahr 2019. Sie wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Standards Option «Kern» erstellt. Den GRI-Content-Index der AKB finden Sie unter www.akb.ch/nachhaltigkeit/gri. In den Bereichen Kerngeschäft, AKB als Arbeitgeberin, Gesellschaft und Betriebsökologie setzt die AKB gezielte Massnahmen um und definiert für die berichtsrelevanten wesentlichen Themen entsprechende Ziele. Die Berichterstattung wurde nicht extern geprüft.

Lieferantenkette

Die AKB berücksichtigt wo immer möglich regionale Lieferanten und erfüllt damit ihren Auftrag zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons Aargau. Sie setzt auf professionelle und faire Geschäftsbeziehungen. In den «Richtlinien zur Nachhaltigkeit für Lieferanten und Partner» hat sie Ende 2015 Mindeststandards für die nachhaltige Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten definiert (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2015, Seite 87). Diese sind heute noch gültig. Die Richtlinien legen die Anforderungen betreffend Umweltstandards sowie Sozial- und Arbeitsstandards fest und bilden die Grundlage für ökologische sowie ethische Mindestanforderungen in der Einkaufsund Beschaffungspolitik der AKB. Seit 2016 müssen diese Richtlinien bei allen neuen Verträgen von den Lieferanten unterschrieben werden. Mit ihrer Unterschrift garantieren die Lieferanten, dass sie bei der Auswahl ihrer Drittlieferanten die gleichen Arbeits- und Umweltstandards einfordern respektive garantieren.

Dialog & Matrix

Anspruchsgruppen

Im AKB Leitbild sind die Anspruchsgruppen aufgeführt, für die im Rahmen des Leistungsauftrags ein langfristiger Mehrwert geschaffen wird. Eine dauerhafte und erfolgreiche Beziehung zu sämtlichen Anspruchsgruppen baut auf einem fairen und respektvollen Umgang sowie einem offenen Dialog auf. Von einer verlässlichen Bank als Ansprechpartnerin und einem prosperierenden Geschäftsumfeld profitieren verschiedene Anspruchsgruppen. Im AKB Nachhaltigkeitsrad werden sämtliche Anspruchsgruppen den Teilbereichen Kerngeschäft, AKB als Arbeitgeberin, Betriebsökologie und Gesellschaft zugeordnet.

Mitarbeitende

Die Kompetenzen und das Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital für den Erfolg und den langfristigen Fortbestand der AKB. Dank deren Motivation und Leistungsbereitschaft können einerseits die Kundinnen und Kunden optimal betreut und andererseits die ambitionierten Ziele der Bank erreicht werden.

Kunden

Die Kundinnen und Kunden bzw. ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit der AKB. Als kompetente und faire Geschäftspartnerin richtet die AKB ihr Angebot konsequent auf die Anliegen ihrer Kundschaft aus und zeichnet sich dabei durch höchste Professionalität aus.

Lieferanten und Partner

Als eine wichtige Einkäuferin von Produkten und Dienstleistungen pflegt die AKB ein grosses Beziehungsnetz zu vielen Lieferanten. Beim Umgang mit sämtlichen Geschäftspartnern achtet die AKB auf die Einhaltung von ökologischen, arbeits- und menschenrechtlichen Standards, die sie mit entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen sicherstellt.

Eigentümer (Kanton)

Die AKB schafft einen dauerhaften Mehrwert für ihre Kundschaft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den Kanton Aargau. Als Kennerin des regionalen Marktes und im Wissen ihrer volkswirtschaftlichen Verantwortung setzt die AKB konsequent auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Davon profitiert der Kanton Aargau neben der Verzinsung des Dotationskapitals und der Abgeltung der Staatsgarantie insbesondere durch die Gewinnablieferung.

Bürger

Als Bank der Aargauerinnen und Aargauer ist die AKB erste Adresse bei Finanzfragen und leistet einen wichtigen Beitrag sowie förderliche Rahmenbedingungen für ein sich gut entwickelndes Wirtschaftsumfeld im Kanton. Davon profitiert nicht nur die AKB Kundschaft, sondern alle Bürgerinnen und Bürger im Geschäftsgebiet der Bank.

Politiker/Parteien

Die AKB pflegt einen aktiven Dialog mit Politikern bzw. Parteien und informiert zeitnah über eine breite Palette an Themen, die für die Bank relevant sind.

Verbände

Mit der Unterstützung von Verbänden trägt die AKB einen sehr grossen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Stabilität einer Region oder eines Wirtschaftszweigs bei und begünstigt die Meinungsbildung.

Organisationen

Durch das aktive Engagement der AKB bei verschiedenen Organisationen werden frühzeitig gesellschaftliche Ansprüche und Entwicklungen erkannt, die Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Bank haben könnten.

Die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs der AKB bilden das Vertrauen und das professionelle Zusammenwirken mit ihren Anspruchsgruppen. Dieses Vertrauen zu sichern und sich als zuverlässige Partnerin zu positionieren, ist für die Bank in einem herausfordernden Umfeld von grosser Bedeutung. Vertrauen entsteht durch den offenen Dialog. Der Austausch erfolgt über individuelle Gespräche und persönliche Begegnungen, anlässlich von externen Kundenanlässen oder internen­ Events wie z.B. den internen Nachhaltigkeitsanlässen, bei der Zusammenarbeit in Projekten oder der Mitgliedschaft in Verbänden und Organisationen. Ebenfalls bringt sich die AKB aktiv in den politischen Dialog ein und legt Rechenschaft zu ihren Zahlen ab.

Dialog mit den Anspruchsgruppen

Nachhaltigkeit umfasst viele Themenbereiche: wirtschaftliche, soziale und ökologische. Wichtig ist uns, die wirklich relevanten Themen in den Fokus zu nehmen. Um diese wesentlichen Themenfelder nicht in Eigenregie und somit nur aus einer internen Unternehmenssicht zu behandeln, hat die AKB 2019 eine Umfrage bei ihren Kundinnen und Kunden, Lieferanten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt. An der umfassenden Online-Befragung haben sich knapp 1300 Kundinnen und Kunden, 75 Lieferanten und 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt. Die hohe Zahl an Rückmeldungen zeigt das grosse Interesse am Thema Nachhaltigkeit. Die AKB bedankt sich an dieser Stelle bei allen, die sich Zeit genommen haben, an der Befragung teilzunehmen und ihre Meinung und Wünsche zu äussern.

Die Auswertung der Befragung zeigt bei den Top-Themen eine hohe Übereinstimmung: So waren sich alle Gruppen einig darüber, dass die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, die Gleichbehandlung und die Chancengleichheit der Mitarbeitenden zu den vier wichtigsten Themen gehören. Aus Sicht der Kunden und Lieferanten gehören dazu auch die Sicherheit und der Schutz der Kundendaten. Für die Mitarbeitenden ist die Attraktivität der AKB als Arbeitgeberin neben den oben genannten das wichtigste Thema.

Im Allgemeinen zeigt die Umfrage, dass bereits heute ein Drittel der Kundinnen und Kunden sowie der Lieferanten der AKB bei ihren Finanzdienstleistungen wie auch bei ihrem sonstigen Konsum auf Nachhaltigkeit achten. Nur etwas mehr als drei Prozent dieser beiden befragten Gruppen gibt an, weder heute noch in Zukunft bei Finanzprodukten und entsprechenden Dienstleistungen auf Nachhaltigkeit achten zu wollen.

Die Umfrage bestätigte ausserdem, dass sich die Befragten mit Themen wie Klimapolitik, nachhaltige Kreditvergaben, Preispolitik in Zusammenhang mit nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen, Regionalität, Fairness, Transparenz und Ethik beschäftigen. Sie gehören heute zwar noch nicht zu den Top-Themen, wenn es um die Nachhaltigkeit der AKB geht. Ihre aber doch sehr prominente Nennung durch die verschiedenen Gruppen zeigt, dass die AKB auch diese Themen im Auge behalten muss.

Wesentlichkeitsmatrix

Um zu erfahren, wie die Anspruchsgruppen das Thema Nachhaltigkeit beurteilen, steht die AKB im Dialog mit den verschiedenen Anspruchsgruppen. Nebst Kontaktmöglichkeiten im Rahmen der täglichen Arbeit hat die AKB im Berichtsjahr eine breit angelegte Online-Umfrage bei ihren Kundinnen und Kunden, Lieferanten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt. Die im Dialog als für die AKB wesentlich genannten Themen bilden die Grundlage für die Erstellung der AKB-Wesentlichkeitsmatrix. Neben der Priorisierung der Themen aus Sicht der Anspruchsgruppen erfolgte auch eine Einschätzung der Wirkungsintensität durch die Geschäftsleitung. Dabei geht es um die Auswirkung der jeweiligen Themen auf eine nachhaltige Entwicklung der AKB. Je höher die Wirkungsintensität eines Themas beurteilt wird, desto höher ist auch der Hebel für Veränderungen. Die AKB konzentriert sich entsprechend auf Themen, die für die Anspruchsgruppen eine hohe Relevanz aufweisen, eng an das Kerngeschäft gekoppelt sind und eine hohe Wirkungsintensität haben. Diese Themen sind innerhalb der Wesentlichkeitsmatrix hervorgehoben. Obwohl kein Thema aus dem Bereich Gesellschaft im berichtsrelevanten Bereich positioniert ist, ist es für die AKB wichtig, sich auch hier nachhaltig zu engagieren.

Wesentlichkeitsmatrix

Kerngeschäft

Highlights

Nachhaltigkeitsprodukte

Anlageentscheide beeinflussen die Welt, in der wir leben, mit. Die Finanzmärkte unterliegen aktuell einem starken Wandel, der durch neue Anlagethemen gekennzeichnet ist. Mit dem Thema Ressourcenschonung eng verbunden sind nachhaltige Anlagen, die für eine ganzheitliche Risikosicht stehen und finanzielle Risiken in Modellen zur integrierten Risikobetrachtung kritisch würdigen. Immer mehr Anleger interessieren sich für dieses nachhaltige Finanz- und Bankdienstleistungsangebot. Diese Entwicklung dürfte in Zukunft noch stärker zunehmen. Zudem halten Finanzintermediäre den wirtschaftlichen Kreislauf in Gang und gestalten mit Kreditvergaben oder Investitionen die Nachhaltigkeitswirkung und -entwicklung mit. Als Universalbank stellt die AKB ihren Kundinnen und Kunden eine breite Produktepalette mit Dienstleistungen aus den Bereichen Finanzierung, Vorsorge, Anlagen, Sparen und Zahlungsverkehr zur Verfügung. Das Angebot der AKB hat somit eine Auswirkung auf die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Umwelt im Marktgebiet.

Die AKB will für Kundinnen und Kunden, die nachhaltige Produkte und Dienstleistungen wünschen, eine attraktive und kompetente Partnerin sein. Sie sorgt dafür, dass die Kundenberaterinnen und -berater entsprechend sensibilisiert sind sowie über die notwendigen Kenntnisse verfügen und baut die Palette an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen aus. Die Bank hat in ihrem Verhaltens- und Ethikkodex, welcher die Leitlinien für eine Unternehmensführung nach höchsten ethischen, gesetzlichen und professionellen Standards definiert, geregelt, dass die Bankkundinnen und -kunden insbesondere über nachhaltige Produkte- und Dienstleistungslösungen informiert werden. Die AKB wird im 2020 ihr Angebot weiter ausbauen: Sie wird ein nachhaltiges Hypothekarprodukt lancieren und damit ihr nachhaltiges Angebot auch auf das Kreditgeschäft ausweiten (siehe dazu das Interview mit Silvio Tedone, Leiter Kompetenzcenter Kredite). Wer verantwortungsbewusst anlegen will, braucht zudem Informationen dazu, ob eine Anlage überhaupt nachhaltig ist. Dasselbe gilt für Anleger, die, aufgrund der aktuellen Klimadiskussion, überprüfen wollen, wie nachhaltig ihr aktuelles Portfolio ist. Die AKB wird im 2020 deshalb auch die Transparenz im Hinblick auf das nachhaltige Anlegen erhöhen (siehe dazu auch das Interview mit Vanessa Nietlispach, Leiterin Digitalisierung und Projekte).

Die im Berichtsjahr erstmals breit durchgeführte Online-Umfrage bei Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Lieferanten unterstützt die AKB darin, ihre Positionierung und ihre Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Die Umfrage wird künftig weiter in dieser Form durchgeführt. Erste Anlaufstelle für Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden sind die Kundenberaterinnen und -berater der Bank. Sie kennen den Eskalationsprozess bzw. wissen, welche Reaktionen an die nächsthöhere Führungsstufe weitergeleitet werden müssen. Allen Kundinnen und Kunden steht zudem bei konkreten Fragen oder Beschwerden der Gang zum Schweizerischen Bankenombudsmann als neutrale und kostenlose Informations- und Schlichtungsstelle offen.

Volumen nachhaltiger Fonds aus dem AKB-Anlageuniversum (in Mio. CHF)

2017

26.6

2018

24.4

2019

87.6

Anlagevolumen nachhaltiger VVA-Mandate (in Mio. CHF)

2017

16.0

2018

11.0

2019

12.2

Der starke Anstieg der nachhaltigen Anlageprodukte ist auf die nachhaltigen Alternativen zurückzuführen, welche die AKB bei den Fonds anbietet. Mit dem Advisory Nachhaltigkeit (siehe dazu auch das Interview mit Vanessa Nietlispach) stellt die AKB seit dem letzten Jahr erstmals für sämtliche Strategien nachhaltige Musterportfolios zur Verfügung und verstärkt somit ihr Engagement in die Nachhaltigkeit. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage erhöht. Nicht zuletzt haben zudem auch verschiedene Fondsgesellschaften ihre bestehenden Anlagefonds nachhaltig ausgerichtet und verfügen nun über nachhaltige Labels (ESG oder SRI).

Sicherheit

Der Anspruch der Kunden an die Sicherheit ihrer Bank ist sehr gross. Für eine vertrauensvolle und langfristige Kundenbeziehung müssen Kundengelder und -daten sicher sein. Für die AKB sind der Schutz der Privatsphäre und der Schutz der Kundendaten - auch unter Berücksichtigung des Datenschutzgesetzes - ein zentrales Anliegen. Im Sinne ihrer strategischen Ausrichtung und unter Berücksichtigung des Sicherheitsgedankens setzt die AKB zudem auf die Fähigkeit, Risiken proaktiv und professionell zu bewirtschaften und damit einen wesentlichen Beitrag zu einer langfristigen Solidität und Reputation zu leisten.

Es bestehen Vorkehrungen nach internationalen und branchenüblichen Sicherheitsstandards, die den Schutz von Informationen und Systemen zur Verarbeitung, Speicherung und Übermittlung von Daten beinhalten. Mehrere Systeme stehen bei der AKB im Einsatz, die den ungerechtfertigten Abfluss von sogenannten Kundenidentifikationsdaten erkennen und verhindern können. Zudem werden die Mitarbeitenden jeweils durch zahlreiche Massnahmen/Schulungen hinsichtlich Schutz der Kundendaten sensibilisiert und die technischen Schutzvorkehrungen laufend optimiert.

Die angestrebte Risikoneigung wird in der Risikotoleranz durch den Bankrat vorgegeben. Sie bezeichnet das maximale Risiko, welches die AKB unter Berücksichtigung eines bestimmten Risikoprofils und einer bestimmten Risikotragfähigkeit einzugehen bereit ist. Im Bereich der Sicherheit steht die Bank für eine moderate Risikoneigung. Die Sicherheit, die zur Aufrechterhaltung des Vertrauens unablässig ist, ist integraler Bestandteil des Leitbilds der Bank. Insbesondere den Informationssicherheitsrisiken werden in Anbetracht der Risikolage (vermehrt Cyber-Angriffe und Betrugsfälle) bei Unternehmensentscheiden höchste Bedeutung beigemessen.

2020 soll die Anzahl von Vorfällen bei Informationssicherheits- und Cyber-Risiken, die auf fehlende Sicherheitsmassnahmen oder Schwächen im Informationssicherheitsdispositiv der AKB hindeuten, limitiert werden und sich innerhalb dieses definierten tolerierbaren Rahmens bewegen.

Ein wichtiges Sicherheitsinstrument ist das operationelle Risikomanagement, das bei der AKB als umfassender Prozess definiert ist. Im Fokus des operationellen Risikomanagements stehen der risikoorientierte Schutz von Personen, Dienstleistungen, Informationen und Vermögenswerten sowie die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung kritischer Geschäftsprozesse im Notfall.

In 17 Fällen kam es im Rahmen eines Grossprojekts zu begründeten, aber geringfügigen Beschwerden von externen Parteien in Bezug auf die Verletzung des Schutzes von Kundendaten, welche aufgearbeitet wurden und Verbesserungsmassnahmen nach sich zogen.

Compliance

Die Einhaltung von Gesetzen, Regularien und Branchenstandards schützt die Bank vor finanziellen Verlusten und Reputationsschäden und ist Grundlage für eine langfristige und verlässliche Partnerschaft mit allen Anspruchsgruppen. Sie ist aufsichtsrechtlich die Voraussetzung für das Erhalten der Banklizenz.

Compliance stellt die Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der Geldwäschereibekämpfung und der Vereinbarung zur Sorgfaltspflicht der Banken (VSB) sowie weiterer Compliance-relevanter Themen durch regelmässig durchgeführte und dokumentierte Schulungen sicher.

Im Rahmen der Zielvorgabe 2020 stellt die AKB durch ein neues Ausbildungskonzept sicher, dass eine stufengerechte Einbindung aller Mitarbeitenden in der Aufrechterhaltung der Compliance erreicht wird.

Für die Identifizierung, Beurteilung, Überwachung und Berichterstattung der Compliance-Risiken der Bank ist die dem Sektor General Counsel - Legal & Compliance zugehörige Compliance-Funktion zuständig. Sie ist eine von den ertragsorientierten Geschäftseinheiten unabhängige Kontrollinstanz und berät bzw. unterstützt den Bankrat, die Geschäftsleitung und alle Mitarbeitenden in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung bei Compliance-Fragen und stellt die Überwachung sicher.

Gestützt auf die regelmässige Einschätzung der Compliance-Risiken werden die notwendigen Massnahmen definiert. Deren Wirksamkeit wird durch die Erhebung von spezifischen Kennzahlen - sogenannten Risiko-Indikatoren - gemessen und im Rahmen der Berichterstattung an die Geschäftsleitung, den Prüfungs- und Risikoausschuss sowie den Bankrat rapportiert. Ebenso wird die interne Revision entsprechend informiert.

Im Geschäftsjahr 2019 hat die AKB - wie auch in den Vorjahren - weder monetär signifikante Bussgelder noch monetäre Strafen auferlegt erhalten.

Steigerung des Unternehmenswertes

Die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ist im Leistungsauftrag der AKB begründet und damit verpflichtend. Sie schafft damit einen langfristigen Mehrwert für ihre Kunden, Mitarbeitenden sowie für den ganzen Kanton Aargau. Als öffentlich-rechtliches Institut mit Staatsgarantie trägt die Bank eine besondere Verantwortung und ist dadurch einer entsprechend grossen Anspruchshaltung der Öffentlichkeit ausgesetzt. Die AKB erfüllt diese Anforderungen durch ein Geschäftsmodell, das die Kundschaft ins Zentrum des Handelns stellt und die lokale Wirtschaft sowie Gesellschaft vielfältig unterstützt. Sie erhöht damit ihren Unternehmenswert nachhaltig. Alle damit verbundenen Massnahmen tragen ihren Teil zur Stärkung des Wirtschaftsraums im Marktgebiet der AKB bei.

Die AKB setzt sich auf vielfältige Weise für den Wirtschaftsraum Aargau ein und verpflichtet sich in ihrem Leitbild, unter anderem den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern sowie eine solide Eigenkapitalausstattung anzustreben. Der Eigentümer hat in der Eigentümerstrategie die strategischen Interessen des Kantons Aargau dargelegt. Die darin festgehaltenen finanziellen Ziele sind allesamt auf die ökonomische Nachhaltigkeit ausgerichtet und beinhalten neben einer verlässlichen Ausschüttung auch eine stabile Eigenkapitalbasis.

2020 soll zudem die Anzahl der Kundinnen und Kunden mit einer Hauptbankbeziehung um weitere 1500 Einheiten erhöht werden.

Die AKB steht mit dem Aargauer Regierungsrat, in seiner Funktion als kantonales Aufsichtsorgan, dem Grossen Rat des Kantons Aargau, der die Oberaufsicht wahrnimmt sowie der Grossratskommission Volkswirtschaft und Abgaben in einem engen Austausch. Damit verbunden sind auch die jährliche Genehmigung der Jahresrechnung und die Entlastung des Bankrats.

Sämtliche Informationen über die wirtschaftlich erbrachte Leistung der AKB und ihre Ablieferung an den Kanton Aargau finden Sie bei den Kennzahlen.

Nachhaltigkeitsziele

Ziele 2020

Nachhaltigkeitsprodukte

Die AKB lanciert ein nachhaltiges Hypothekarprodukt und erweitert damit ihr Angebot im Kreditgeschäft.

Sicherheit

Die Anzahl von Vorfällen bei Informationssicherheits- und Cyber-Risiken, die auf fehlende Sicherheitsmassnahmen oder Schwächen im Informationssicherheitsdispositiv der AKB hindeuten, werden limitiert und müssen sich innerhalb dieses definierten tolerierbaren Rahmens bewegen.

Compliance

Ein neues Ausbildungskonzept für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll erarbeitet und eingeführt werden.

Steigerung des Unternehmenswertes

Die AKB erhöht die Anzahl der Kundinnen und Kunden mit einer Hauptbankbeziehung um weitere 1500 Einheiten, wobei 1350 auf Privatkunden und 150 auf Firmenkunden entfallen.

Zielerreichung 2019

Compliance

Alle Mitarbeitenden absolvierten ein web-basiertes Compliance-Training.

 

Steigerung des Unternehmenswertes

Die Anzahl Kundinnen und Kunden mit einer Hauptbankbeziehung wurde um 4 240 Einheiten erhöht (4 065 Privatkunden, 175 Firmenkunden).

 

Sicherheit

Durch intelligente Überwachungsprozesse wurde die Sicherheit für Kunden erreicht, indem alle betrügerischen Zahlungen verhindert werden konnten.

 

Nachhaltigkeitsprodukte

Die Voraussetzungen sind geschaffen, dass 2020 ein erster Green Bond emittiert werden kann.

 

AKB als Arbeitgeberin

Highlights

Chancengleichheit

Die vielfältigen Herausforderungen in der Gesellschaft verlangen von Unternehmen innovative Lösungen. Dazu werden die Stärken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genutzt und ihre Erfahrungen gewinnbringend eingesetzt. Berücksichtigung finden immer auch die spezifischen Lebensumstände der Mitarbeitenden. Dabei geht es um flexible Arbeitsmodelle oder Teilzeitanstellungen zur Schaffung von Vereinbarkeit zwischen Privatleben und Beruf. Die Akzeptanz und die Förderung von Austausch und Talenten hat zudem positive Auswirkungen auf die Unternehmenskultur und beeinflusst dadurch den Unternehmenserfolg positiv.

In ihrem Leitbild hält die AKB fest, dass sie als attraktive Arbeitgeberin die Chancengleichheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. von Frau und Mann sicherstellt.

Als familienfreundliches Unternehmen fördert die AKB mit dem Angebot von Teilzeitmodellen die Vereinbarkeit von Beruf und privaten sowie familiären Bedürfnissen. Alle Vollzeitstellen bei der AKB werden grundsätzlich mit einem Pensum von 80-100 % ausgeschrieben. 2019 lag der Anteil an Teilzeitmitarbeitenden bei rund 28 %, wovon der Frauenanteil davon rund 66 % ausmachte. Dieser Wert blieb in Jahresvergleich konstant und wird im Branchenvergleich als relativ hoch eingestuft.

Die Anzahl der Mitarbeitenden mit flexiblen Arbeitsmodellen (Teilzeit, Jobsharing und Home-Office) soll im 2020 gegenüber 2019 um 10 % gesteigert werden.

Im Juni 2019 hat der Bundesrat die Änderung des Gleichstellungsgesetzes zur besseren Durchsetzung der Lohngleichheit auf den 1. Juli 2020 in Kraft gesetzt und festgelegt, dass Unternehmen mit 100 oder mehr Angestellten die erste betriebsinterne Lohngleichheitsanalyse bis spätestens Ende Juni 2021 durchgeführt haben müssen.

Die AKB hat mit der auf Lohnfragen spezialisierten Firma CompOn eine externe Lohngleichheitsanalyse anhand des Standard-Analysemodells vorgenommen und vom unabhängigen Wirtschaftsprüfer Aeppli & Mueller Consulting, Zürich, prüfen lassen. Die Einhaltung der Lohngleichheit bei der AKB wurde anhand des verfassungsmässigen Grundsatzes "gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" gemäss Art. 8 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) bestätigt. Zudem stehen alle Funktionen bei der AKB beiden Geschlechtern offen und das Salärsystem ist geschlechtsneutral ausgestaltet. Es berücksichtigt neben der Komplexität der Aufgaben und dem Verantwortungsbereich auch die Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die AKB erhebt sämtliche Frauenanteile über alle Hierarchiestufen hinweg. Per 1.1.2020 lag der Frauenanteil im gesamten Mitarbeiterbestand bei 40.5 % und hat sich gegenüber dem Vorjahr ganz leicht erhöht. Bei den Beförderungen per 1. Januar 2020 zu Vizedirektoren und Kadermitarbeitenden lag der Frauenanteil bei 24 % bzw. 36 %. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben misst die AKB über die Anzahl Teilzeitarbeitende. Weitere Angebote zur Förderung des Frauenanteils im Unternehmen sind Jobsharing, Home-Office oder ein Mutterschaftsurlaub, der das gesetzliche Minimum übersteigt.

Gleichbehandlung

Die AKB als Bank mit Staatsgarantie und Leistungsauftrag befolgt in ihrer Geschäftstätigkeit alle gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften. Zwingende Voraussetzung dafür ist ein rechtlich und ethisch korrektes sowie verantwortungsbewusstes Verhalten und Handeln sämtlicher Mitarbeitenden auf allen Stufen.

Der Verhaltens- und Ethikkodex gilt als Basis der AKB-Kultur. Er definiert die Werte und ist Grundlage im täglichen Handeln. Dem Kodex unterstehen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AKB sowie der Bankrat. Das Tun und Handeln aller richtet sich nach diesen Vorschriften. Alle erhalten dieselben Chancen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Sprache, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Diskriminierungen aller Art werden nicht geduldet, ebenso wenig wie alle anderen Handlungen, welche die Menschenwürde verletzen. Der Verhaltens- und Ethikkodex wurde bei seiner Einführung unternehmensintern behandelt und diskutiert. 2020 soll es bei der AKB zu keinem Fall von Diskriminierung kommen.

Neueintretende Mitarbeitende erhalten den Verhaltens- und Ethikkodex zugeschickt und müssen den Empfang schriftlich bestätigen. Die Inhalte werden zudem am Einführungstag für neue Mitarbeitende besprochen. Bei Fragen stehen die Vorgesetzten oder die zuständigen Fachstellen der Bank zur Verfügung.

Seit Oktober 2019 steht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ICAS eine externe betriebliche Sozialberatung zur Verfügung. Die professionelle Unterstützung kann bei beruflichen Herausforderungen, Problemen im Alltag oder privaten Konflikten und Sorgen jederzeit und kostenlos in Anspruch genommen werden. Das Beraterteam aus diplomierten Psychologen, Rechtsanwälten, Sozialund Managementberatern ist jederzeit an absolute Vertraulichkeit, Diskretion und Anonymität gebunden. Die AKB erhält lediglich anonymisierte Statistiken und erkennt durch diese Informationen, wo Handlungsbedarf besteht.

Verstösse gegen Grundsätze der Gleichbehandlung werden gemäss Schweregrad disziplinarisch oder arbeitsrechtlich sanktioniert. Als Anlaufstellen stehen die zuständigen Vorgesetzten, der General Counsel oder der Vorsitz des Prüfungsund Risikoausschusses des Bankrats zur Verfügung. Wer Verstösse in gutem Glauben meldet, hat keine Nachteile zu erwarten. Meldungen in anonymer Form sind ebenso erlaubt wie auch geschützt. Der General Counsel führt ein Verzeichnis zu den eingegangenen Meldungen und verfasst einen schriftlichen Bericht zuhanden des Prüfungs- und Risikoausschusses bzw. des Bankrats.

Im Berichtszeitraum sind keine Fälle von Diskriminierung bekannt geworden oder entsprechende Meldungen erfolgt.

Nachhaltigkeitsziele

Ziele 2020

Chancengleichheit

Die Anzahl der Mitarbeitenden mit flexiblen Arbeitsmodellen (Teilzeit, Jobsharing und Home-Office) wird gegenüber 2019 um 10 % gesteigert.

Gleichbehandlung

Die AKB hat keinen Fall von Diskriminierung.

Zielerreichung 2019

Attraktivität als Arbeitgeberin

Die publizierten Stellen wurden zu mehr als 80 % als Teilzeitstellen ausgeschrieben.

 

Mitarbeiterentwicklung und -förderung

Der angestrebte Wert von 25 % der gesamthaft zu besetzenden Stellen durch interne Mitarbeitende konnte nicht erreicht werden, da mehrere Spezialisten-Stellen zu besetzen waren und dazu externe Fachleute berücksichtigt wurden.

 

Betriebsökologie

Highlights

Lieferanten und Beschaffung

Als Kantonalbank setzt sich die AKB in ihrem Marktgebiet für gute wirtschaftliche Verhältnisse ein. Sie berücksichtigt deshalb beim eigenen Einkauf von Produkten und Dienstleistungen, wo immer möglich und sinnvoll, lokale und regionale Unternehmen. Als führende Finanzdienstleisterin setzt die AKB in der Beschaffungspolitik auf professionelle, faire und langfristige Geschäftsbeziehungen. Lieferanten sind zudem ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit und die AKB erwartet dabei, dass sämtliche spezifischen Standards im Hinblick auf Menschenrechte sowie ökologische und ethische Geschäftspraktiken von den Lieferanten eingehalten werden.

In den «Richtlinien zur Nachhaltigkeit für Lieferanten und Partner» hat die AKB Mindeststandards für eine nachhaltige Zusammenarbeit erarbeitet, die bei allen bestehenden Beziehungen angewendet werden. Die Anforderungen decken Umwelt-, Sozial- und Arbeitsstandards ab und legen die Grundlagen der AKB in der Einkaufs- und Beschaffungspolitik fest.

Die Richtlinien müssen auch bei allen neuen Verträgen von allen Lieferanten und Partnern unterschrieben werden. Mit der Unterschrift ist sichergestellt, dass auch bei der Auswahl allfälliger Drittlieferanten die gleichen Arbeitsund Umweltstandards gelten.

2020 führt die AKB einen Nachhaltigkeits-Score ein, mit dem eine nachhaltige Beschaffung sichergestellt werden kann.

Die Unterzeichnung der Richtlinien gilt als Voraussetzung für eine Auftragserteilung. Durch eine regelmässige Thematisierung von Inhalten der Richtlinien im Laufe einer Geschäftsbeziehung stellt die AKB sicher, dass die definierten Standards eingehalten werden.

Im Rahmen der unternehmerischen Verantwortung berücksichtigt die AKB ökologische und auch gesellschaftliche Aspekte in der Zusammenarbeit mit allen Lieferanten und Partnern. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung gewährleisten 100 % der Lieferanten und Partner die Einhaltung sämtlicher von der AKB definierten Standards. Mit der Integration der Richtlinien als Basis sämtlicher Geschäftsbeziehungen deckt die AKB eine vollständige Bewertung ihrer Lieferanten und Partner nach ökologischen und sozialen Kriterien ab.

THG-Emissionen

2019 zahlten sich die umfangreichen Investitionen in Haustechnik und Infrastrukturanlagen bei der AKB aus. Die gesamten Treibhausgasemissionen (THG) reduzierten sich deshalb im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 %. Wichtige Faktoren dieser Reduktion sind der Elektroenergie- und der Heizenergieverbrauch mit massiven Einsparungen. Die gesamten THG-Emissionen kompensiert die AKB seit 2014 mit Klimazertifikaten der Aargauer Stiftung «Fair Recycling», die sich auf das umweltgerechte Rezyklieren von Kühlgeräten in Brasilien spezialisiert hat.

Weitere Informationen und Zahlen zum Thema Betriebsökologie finden Sie unter Kennzahlen der AKB Nachhaltigkeit 2019 und unter fair-recycling.com.

Ich schütze das Klima mit fair-recycling.ch

Nachhaltigkeitsziele

Ziele 2020

Lieferanten und Beschaffung

2020 führt die AKB einen Nachhaltigkeits-Score ein, mit dem eine nachhaltige Beschaffung sichergestellt werden kann.

Gesellschaft

Gesellschaftliches Engagement

Das gesellschaftliche Engagement der AKB leitet sich aus dem Leistungsauftrag ab und umfasst die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Marktgebiet. Im Rahmen der Erarbeitung der Wesentlichkeitsmatrix wurden Themen aus diesem Bereich nicht priorisiert. Gleichwohl ist es der AKB ein wichtiges Anliegen, sich auch hier nachhaltig zu engagieren. Als eine der wichtigsten Sponsoring-Partnerinnen im Marktgebiet hat die AKB in ihren Sponsoring-Richtlinien die entsprechenden Rahmenbedingungen festgelegt und unterstützt Projekte aus den Sparten Sport, Kultur, Wirtschaft und Nachhaltigkeit. Sie organisiert aber auch eigene Anlässe für die Bevölkerung.

Kommunikation mit den Anspruchsgruppen

Für die AKB ist der aktive Dialog mit ihren Anspruchsgruppen sehr wichtig. Dieser interne und externe Austausch ermöglicht es, die wesentlichen Aspekte und Themen der Nachhaltigkeit zu reflektieren, aktuelle Entwicklungen zu erfassen und weiterführende Massnahmen zu ergreifen. Im Zentrum stehen dabei folgende Anspruchsgruppen: Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten und Partner, Eigentümer (Kanton), Bürger, Politker/Parteien, Verbände und Organisationen.

Die AKB hat auch im Berichtsjahr verschiedene Kanäle genutzt, um die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Anspruchsgruppen zu erfahren: Sowohl Online- als auch Printmedien, Befragungen, individuelle und persönliche Begegnungen, externe Kundenanlässe und interne Events - so wiederum zwei vom Nachhaltigkeitsgremium der Bank organisierte Nachhaltigkeitsanlässe für die Mitarbeitenden - gehören dazu.

Im Zentrum stand 2019 aber eine umfassende Online-Befragung, an der knapp 1300 Kundinnen und Kunden, 75 Lieferanten und 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilgenommen haben. Die hohe Zahl an Rückmeldungen zeigt das grosse Interesse am Thema Nachhaltigkeit. Die Auswertung der Befragung zeigt bei den Top-Themen eine hohe Übereinstimmung: So waren sich alle Gruppen einig darüber, dass die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, die Gleichbehandlung und die Chancengleichheit der Mitarbeitenden zu den vier wichtigsten Themen gehören. Aus Sicht der Kunden und Lieferanten gehören dazu auch die Sicherheit und der Schutz der Kundendaten. Für die Mitarbeitenden ist die Attraktivität der AKB als Arbeitgeberin neben den oben genannten das wichtigste Thema.

Im Allgemeinen zeigt die Umfrage, dass bereits heute ein Drittel der Kundinnen und Kunden sowie der Lieferanten der AKB bei ihren Finanzdienstleistungen wie auch bei ihrem sonstigen Konsum auf Nachhaltigkeit achten. Nur etwas mehr als drei Prozent dieser beiden befragten Gruppen gibt an, weder heute noch in Zukunft bei Finanzprodukten und entsprechenden Dienstleistungen auf Nachhaltigkeit achten zu wollen.

Die Umfrage bestätigte ausserdem, dass sich die Befragten mit Themen wie Klimapolitik, nachhaltige Kreditvergaben, Preispolitik in Zusammenhang mit nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen, Regionalität, Fairness, Transparenz und Ethik beschäftigen. Sie gehören heute zwar noch nicht zu den Top-Themen, wenn es um die Nachhaltigkeit der AKB geht. Ihre aber doch sehr prominente Nennung durch die verschiedenen Gruppen zeigt, dass die AKB auch diese Themen im Auge behalten muss.

Die AKB unterstützt zudem als Mitglied der Öbu - der Schweizerischen Vereinigung für ökologisch bewusste Unternehmensführung - auch die Weiterentwicklung der Schweizer Wirtschaft nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit.

Öbu - der Schweizerischen Vereinigung für ökologisch bewusste Unternehmensführung

GRI-Content-Index

Die Global Reporting Initiative (GRI) schafft die Grundlagen für einheitliche und weltweit anwendbare Standards in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Der GRI-Content-Index zeigt dabei auf, in welchen Publikationen der AKB und an welcher Stelle (Verweis) die allgemeinen und speziellen Standardangaben des aktuellen GRI-Standards-Leitfadens zu finden sind.

Zusätzlich publiziert die AKB die Resultate zum Verbrauch der ökologischen Ressourcen auch nach den Grundsätzen von VfU und stellt damit die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren und mit anderen Finanzinstituten sicher.

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