18. Februar 2026 | Marktberichte

Aargauer Konjunkturbarometer

Der Aargauer Konjunkturbarometer, herausgegeben von der Aargauischen Kantonalbank (AKB) und der Standortförderung Kanton Aargau, startet verhalten ins neue Jahr. Nach dem kräftigen Dezember-Schub gibt der Index für den Berichtsmonat Januar um 0,6% auf 95,2 Punkte nach. Positive Impulse gibt es vom Markt für Nutzfahrzeuge, von der Medien-Resonanz sowie vom Konsumenten- und Investorenvertrauen. Im Jahresvergleich steht der Barometer 2,2% höher als vor zwölf Monaten (Januar 2025: 93,2 Punkte). Der nationale Swiss Index büsst deutlicher ein (-1,7%) und notiert mit 95,0 Punkten leicht unter dem Aargauer Pendant.


Positive Zeichen von der Strasse

Optimismus in der Branche der Nutzfahrzeuge: Im Januar wurden 16,1% mehr schwere Nutzfahrzeuge immatrikuliert als ein Jahr zuvor. Dies reflektiert die positiven Aussichten für den Bau- und Industrie-Sektor. Auch bei den Personentransport-Fahrzeugen (Reisecars, Camper) gab es ein Plus von 10,5%. Der Trend bei den leichten Nutzfahrzeugen verläuft flach (-1,1%). 

Ein Fehlstart gab es hingegen bei den Personenwagen: Gerade einmal etwas mehr als 14'000 neue Personenwagen sind im Januar in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein immatrikuliert worden. Damit wurde das bereits tiefe Marktniveau aus dem Vorjahr um 5,1% unterschritten. Neu werden in unserem Konjunkturbarometer sowohl die Verkäufe von Autos als auch die Nutzfahrzeugen in der Komponente «Fahrzeugverkäufe» zusammengefasst. Aufgrund der aktuell gegenläufigen Entwicklung verlief die Komponente im Januar seitwärts. 

Globale Industrie gewinnt an Schwung

Die Industrie-Komponente verharrt knapp unter dem historischen Mittel, unverändert gegenüber Vormonat. International zeigt sich das Bild hingegen aufgehellt. Der J.P. Morgan Global Manufacturing PMI stieg im Januar auf 50,9 Punkte – den höchsten Wert seit drei Monaten und den sechsten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die weltweite Industrieproduktion legte so stark zu wie seit Juni 2024 nicht mehr. Starke Impulse kamen aus den USA, Indien und den ASEAN-Staaten, während auch die Eurozone erstmals wieder in den Wachstumsbereich zurückkehrte. Der Auftragseingang zog ebenfalls an und erreichte beinahe den höchsten Wert seit einem Jahr.

Für die Schweizer Industrie bleibt die Lage verhalten optimistisch: Die exportgewichteten PMI-Daten notieren bei 50,7 Punkten, wobei die sich abzeichnende Erholung in der Eurozone ein positives Signal für die Schweizer Zulieferer darstellt. Der Schweizer Industrie-PMI stieg im Januar um 2,4 auf 48,8 Punkte, bleibt damit aber seit 37 Monaten unter der Wachstumsschwelle von 50 – die Industriekonjunktur bleibt gedämpft. Der Dienstleistungs-PMI legte ebenfalls um 2,4 auf 53,8 Punkte zu – der zweite Monat in Folge über der Wachstumsschwelle.

Aussenhandel und Finanzmärkte unter Druck

Der Aussenhandel gab leicht nach, basierend auf den Daten im Dezember gingen die Exporte um rund 4% zurück. Der Schweizer Aussenhandel hat das Jahr 2025 mit einem neuen Rekordergebnis abgeschlossen. Die Exporte stiegen um 1,4% auf 287 Milliarden Franken, während die Importe um 4,5% zulegten. Die Handelsbilanz schliesst mit einem Überschuss von 54,3 Milliarden Franken.

Die Finanzmärkte bewegen sich Anfang 2026 in einem Spannungsfeld: Einerseits setzte sich die Aktienrally aus 2025 im Januar zunächst fort, andererseits mehren sich die Warnsignale. Neue US-Zollandrohungen von Präsident Trump gegenüber Europa sorgten zeitweise für Verwerfungen an den Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkten. Gold kletterte im Januar dynamisch auf rund 5'000 USD pro Unze – rund 80% über dem Vorjahreswert – und bestätigt seine Rolle als Krisen- und Inflationsschutz. Ende Januar gab es zwischenzeitlich eine starke Korrektur. Die hohen Volatilitäten wirkten sich negativ auf unsere Indizes aus, wobei der negative Einfluss auf den Swiss Index aufgrund der höheren Gewichtung der Finanzkomponente grösser ist. 

Geschäftsklima stabil, Konsumentenvertrauen seitwärts

Das Konsumenten- und Investorenvertrauen verharrte unverändert bei 97,1 Punkten – im Jahresvergleich 0,9% tiefer. Die Medien-Resonanz (R-Word-Index) verbesserte sich leicht um 0,4% auf 102,1 Punkte, was auf eine geringere mediale Fokussierung auf Rezessionsrisiken hindeutet. Arbeitslosigkeit, Entlassungen und Kurzarbeit wurden jedoch vermehrt thematisiert. 

Die Komponente Logistik & Verkehr verzeichnete eine negative Monatsveränderung mit einem Rückgang von 1,2% auf 102,4 Punkte. Dies ist jedoch als Normalisierung nach dem ausserordentlich starken Dezember zu werten. Im Jahresvergleich liegt die Komponente weiterhin solide 3,1% im Plus.

Swiss Index bei 95,0 Punkten

Der gesamtschweizerische Swiss Index, der ebenfalls von der Aargauischen Kantonalbank und der Standortförderung Kanton Aargau herausgegeben wird, notierte im Januar bei 95,0 Punkten (-1,7% gegenüber dem Vormonat). Der nationale Index liegt damit 5,0 Punkte unter dem langfristigen Durchschnitt. Im Jahresvergleich notiert der Swiss Index unverändert zum Vorjahr, während der Aargauer Barometer mit +2,2% eine stärkere Dynamik aufweist. 
Für das gesamte laufende Jahr rechnet dir AKB mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukt von 1,1%, praktisch gleich wie im abgelaufenen Jahr.
Beim Swiss Index ist die Finanzmarkt-Komponente höher und die Industrie-Komponente sowie der Aussenhandel tiefer gewichtet. Gemäss der Methodik kehren beide Indizes früher oder später auf den Wert von 100 Punkten zurück. Die Entwicklung der beiden Indizes sollte sich mit einer Verzögerung von rund drei bis sechs Monaten in den offiziellen Wirtschaftsdaten widerspiegeln.

 

Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau:

Der Aargauer Konjunkturbarometer zeigt die aktuelle Dynamik der Aargauer Wirtschaft auf. Der Barometer berücksichtigt zentrale Säulen der Wirtschaft. Zu den Komponenten gehören die Stimmung der Konsumenten und Investoren, das Geschäftsklima sowie im Speziellen die Indizes der Industrie und der Finanzwirtschaft. Der Barometer wertet nur Daten aus, die zeitnah verfügbar sind. Im Indikator-Design spielen frühzyklische Komponenten eine besonders wichtige Rolle. Auf diese Weise wird die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftsleistung - gemessen am Bruttoinlandprodukt - mehrere Monate im Voraus antizipiert. Innovative Techniken wie Internet-Analysen und neue Datenquellen werden ins System eingebunden. Neben dem Aargauer Konjunkturbarometer haben die Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau einen weiteren, nationalen Indikator kreiert: Der entsprechende Swiss Index verfügt über die gleiche Methodologie wie der regionale Index. Hingegen unterscheiden sich die beiden Indikatoren teilweise bezüglich der Gewichtung und Daten. Der historische Durchschnitt beider Indikatoren beträgt immer 100. Das heisst auch: Der Barometer verläuft in einer gewissen Bandbreite langfristig seitwärts. Werte über 100 signalisieren ein im historischen Vergleich überdurchschnittliches Wachstum; Werte unter 100 ein unterdurchschnittliches Wachstum.

 

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