13. Februar 2026 | Marktberichte, Aktuelle Marktübersicht

Aktuelle Marktübersicht

Aktuelle Marktübersicht
Anlagepolitik vom 10.02.2026

Marktumfeld

Das neue Jahr hat turbulent begonnen, was vor allem mit US-Präsident Donald Trump und seiner Politik zusammenhängt. Einerseits sind da seine territorialen Einmischungen von Grönland bis Venezuela, andererseits seine wiederholten Angriffe auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Hinzu kommen anhaltende geopolitische Spannungen, wachsende Sorgen über die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI), eine weltweit steigende Staatsverschuldung sowie wirtschaftliche Unsicherheiten. Die Finanzmärkte reagierten auf den unbeständigen Nachrichtenfluss teils verunsichert, teils euphorisch. Entsprechend volatil verliefen die Kurse, insbesondere an den Aktien- und Rohstoffmärkten.

Eigentlich wollten sich die Anlegerinnen und Anleger auf die laufende Berichtssaison konzentrieren, in der Hoffnung auf positive Signale für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Doch angesichts der vielfältigen politischen Einflussfaktoren rückten die publizierten Unternehmensdaten vorübergehend in den Hintergrund. Auch die Obligationenmärkte spürten die Verunsicherung und standen angesichts leicht steigender Renditen mehrheitlich unter Preisdruck. Hauptursache war die zunehmende Skepsis gegenüber der mangelnden Haushaltsdisziplin verschiedener Staaten. Immerhin wurde der Schweizer Franken seiner Rolle als sicherer Hafen gerecht. Gold, der andere klassische Zufluchtsort in Phasen erhöhter Risikoaversion, stand hingegen stärker unter spekulativem Einfluss.

Für die Weltwirtschaft haben sich die Aussichten insgesamt aufgehellt. Dazu beigetragen haben die nachlassenden Rezessionssorgen in den USA sowie Anzeichen einer Stabilisierung in Europa und China. Die grösste Volkswirtschaft der Welt scheint die Zollproblematik besser zu verkraften als zunächst befürchtet. Der Privatkonsum bleibt dank grosszügiger Steuergeschenke und sinkender Sparquote auf solidem Niveau, und die Abkühlung am Arbeitsmarkt fällt bislang moderater aus als erwartet. In Europa sorgen expansive Fiskalprogramme und eine verbesserte Stimmung in Deutschland für mehr Zuversicht. Chinas Exporte wiederum zeigen sich weniger stark von den US-Zöllen betroffen als angenommen; sie kompensieren teilweise die anhaltende Schwäche der Binnenkonjunktur. Die rückläufigen US-Exporte werden über andere Regionen ausgeglichen, was dort allerdings lokale Industrien unter Druck setzt.

Obligationenmärkte

Die internationalen Anleihemärkte entwickelten sich in den letzten Wochen unerwartet volatil. Auslöser waren unter anderem die zeitweise von den USA angedrohten Zölle gegenüber Europa im Zusammenhang mit Grönland, wachsende Sorgen über die global steigende Staatsverschuldung infolge einer expansiven Fiskalpolitik sowie Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Hinzu kamen gemischte Inflationssignale: Während steigende Staatsausgaben und höhere Rohstoffpreise tendenziell inflationstreibend wirken, dämpfen ein schwächerer Arbeitsmarkt, ein moderates Wirtschaftswachstum und erwartete Effizienzgewinne durch KI den Preisauftrieb.

Im geldpolitischen Fokus stand weniger die Zinsentwicklung als vielmehr die Nachfolge des amtierenden US-Notenbankchefs Jerome Powell. Präsident Trump versucht seit Beginn seiner Amtszeit, verstärkten Einfluss auf die Geldpolitik zu nehmen. Tiefere Zinsen würden die Konjunktur zusätzlich stützen und ihm politisch nutzen. Entsprechend fürchteten die Märkte die Ernennung eines regierungsnahen Nachfolgers mit klarem Auftrag für eine expansivere Geldpolitik. Mit Kevin Warsh wurde nun ein vergleichsweise moderater Kandidat nominiert. Er gilt als Befürworter einer konsequenten Inflationsbekämpfung und wird deshalb weniger als Trumps Marionette betrachtet.

Ansonsten entsprachen die jüngsten geldpolitischen Entscheide weitgehend den Erwartungen. Das Inflationsrisiko rückt selbst in den USA zunehmend in den Hintergrund. Die Federal Reserve wies jüngst darauf hin, dass sich die Risiken aus Inflation und Arbeitsmarkt angesichts der robusten Wirtschaftslage weitgehend ausgleichen. Für das laufende Jahr werden daher noch zwei weitere Zinssenkungen erwartet. Ähnliches gilt für Grossbritannien. In der Eurozone dürfte der Zinssenkungszyklus hingegen abgeschlossen sein, während Japan angesichts der weiter steigenden Inflation in den kommenden Monaten zusätzliche Zinserhöhungen bevorstehen könnten.

grafik performance obligationen

Performance Januar 2026 in %, Basis CHF

Aktienmärkte

An den Aktienmärkten hat sich die kritische Haltung gegenüber den hoch bewerteten US-Technologieunternehmen fortgesetzt. Von dieser Skepsis profitierten vor allem kleinere und mittelgrosse Firmen, die häufig stärker zyklisch ausgerichtet sind und daher überdurchschnittlich am Aufschwung der Konjunktur teilhaben. Besonders gefragt waren Unternehmen aus den Sektoren Energie, Grundstoffe und Industrie, die im Vergleich zu den überteuerten Technologiewerten oft attraktiver bewertet sind. Auch Regionen ausserhalb der USA rückten vermehrt in den Fokus der Anlegerinnen und Anleger, insbesondere Europa sowie ausgewählte Schwellenländer, wo Qualitätsunternehmen nach wie vor zu vernünftigen Preisen zu finden sind.

In der laufenden Berichtssaison führten die bisher veröffentlichten Ergebnisse zu gemischten Marktreaktionen. Zwar übertrafen die erzielten Gewinne in vielen Fällen die hohen Erwartungen, doch bestehen weiterhin erhebliche Zweifel, ob sich die Rekordinvestitionen in die KI-Infrastruktur mittelfristig positiv in den Ertragsrechnungen niederschlagen werden. Entsprechend verhalten reagierten die Märkte auf Ankündigungen zusätzlicher Ausgaben in diesem Bereich

grafik performance aktien

Performance Januar 2026 in %, Basis CHF

Devisenmärkte

Der Franken wurde in den ersten Wochen des Jahres erneut seiner Rolle als sicherer Hafen gerecht und wertete deutlich auf. Umgehend kamen Spekulationen auf, die Schweizerische Nationalbank (SNB) könnte mit erneuten Negativzinsen gegen diese Entwicklung vorgehen. Allerdings hat sie mehrfach betont, dass sie vor allem die Inflationswirkung des Frankens im Blick behält. Da sich die reale Aufwertung, also unter Berücksichtigung der Inflationsdifferenzen, bislang in Grenzen hält, besteht derzeit (noch) kein akuter Handlungsbedarf.

Der Aufwertungsdruck auf den Franken hängt auch stark mit der momentanen Dollarschwäche zusammen. Einerseits hat das schwindende Vertrauen in die US-Politik (Grönland, Venezuela, Iran) zu Verkäufen des Greenback geführt. Andererseits kursierten Gerüchte, die USA und Japan könnten in einer koordinierten Aktion gegen die akute Yen-Schwäche vorgehen, was den Druck auf den Dollar zusätzlich verstärkte. Inzwischen gilt dieser gemessen an der Kaufkraftparität zum Franken sogar als unterbewertet, was das weitere Abwertungspotenzial begrenzt.

Trotz der Aussichten auf weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan zur Inflationsbekämpfung schwächte sich der Yen zunächst weiter ab. Diese Entwicklung spiegelt eine wachsende Skepsis der Anlegerinnen und Anleger gegenüber den stetig steigenden Staatsschulden wider. Nach dem jüngsten Wahlsieg wird erwartet, dass die neue Regierung ihre aktive Wirtschaftspolitik noch ausbaut, finanziert vor allem durch zusätzliche Schulden. Mittlerweile konnte sich die japanische Währung jedoch stabilisieren.

grafik performance devisen

Performance Januar 2026 in %, Basis CHF 

Übrige Anlagekategorien

Die Tagesschwankungen bei den Edelmetallen waren in den letzten Wochen beträchtlich und verdeutlichen den zunehmend spekulativen Charakter vieler Investitionen. Entsprechend hoch ist derzeit die Korrelation der Kursentwicklung mit den Aktienmärkten. Die klassische Rolle von Gold als sicherem Hafen kann aus dieser Perspektive kurzfristig nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Mittel- bis langfristig dürften jedoch die fundamentalen Treiber, insbesondere die anhaltende Notenbanknachfrage, ein schwächerer US-Dollar und sinkende Zinsen, wieder stärker in den Vordergrund rücken.

Bei der Entwicklung des Erdölpreises dominieren derzeit politische Einflüsse auf der Angebotsseite. Besonders der angespannte Beziehungsstatus zwischen den USA und dem Iran wirkt als bedeutender Preistreiber. Einerseits beeinträchtigt dies die Ölproduktion des Landes, andererseits betrifft es die an den Iran grenzende Meerenge von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Öl und Gas weltweit. Kurzfristig ist daher von einer weiterhin hohen Volatilität der Preise auszugehen. Mittelfristig könnten sich die leicht verbesserten Konjunkturaussichten jedoch stützend auf die Nachfrage auswirken.

grafik performance übrige anlagen

Performance Januar 2026 in %, Basis CHF

Schlussfolgerung

Angesichts der stabilen Wirtschaftsentwicklung und der weiterhin unterstützenden Geldpolitik rechnen wir kurzfristig nicht mit einer Trendwende an den Aktienmärkten. Erfahrungsgemäss enden Börsenhaussephasen nicht aufgrund ihres Alters, sondern erst, wenn sich die Konjunkturperspektiven spürbar eintrüben und die Gewinnerwartungen deutlich nach unten revidiert werden müssen. Derzeit ist davon keine Rede. Im Gegenteil: Die jüngsten Vorlaufindikatoren signalisieren eine moderate Verbesserung der globalen Konjunktur und untermauern die positive Ertragsdynamik vieler Unternehmen. Ermutigend ist zudem, dass die Aufwärtsbewegung zunehmend breiter abgestützt ist, sowohl über mehrere Sektoren als auch über verschiedene Regionen hinweg, und damit weniger anfällig für sektorale Rückschläge erscheint.

Wir bleiben daher verhalten optimistisch für die kommenden Wochen und Monate. Eine breit diversifizierte Allokation bleibt das Gebot der Stunde, um Chancen zu nutzen und gleichzeitig gegen unerwartete Trendwechsel oder externe Schocks gewappnet zu sein. Durch gezielte Rebalancings sichern wir erzielte Gewinne ab und erhalten eine risikoangepasste Portfoliostruktur, die auch in einem wechselhaften Marktumfeld stabil bleibt.

Beschlüsse

Es wurden keine Änderungen der taktischen Ausrichtung vorgenommen.

Taktische Ausrichtung

grafik aktuelle anlagestrategie

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