AKB Zins- und Währungsbarometer
Wirtschaft, Inflation und Arbeitsmarkt
Globale konjunkturelle Entwicklungen aufgrund höherer US-Zölle moderat steigend erwartet
- Stimmungsindikatoren für das Wachstum trotz Unsicherheiten (Zölle) nach wie vor überraschend positiv.
- Nur minimer Wachstumsrückgang in den USA aufgrund der Importzollerhöhungen, Arbeitsmärkte bleiben relativ stabil.
- Wirtschaft in der Eurozone stetig stabiler erwartet, Rückenwind durch die gesprochenen Ausgabenkredite in Deutschland und den Aufschwung in Südeuropa (Spanien, Portugal).
- Schweizer Wirtschaftswachstum – dank Rückgang der US-Handelzölle auf 15% – wieder leicht dynamischer.
Inflationsrückgang setzt sich ausserhalb der USA fort
- Die Inflationsraten ausserhalb den USA und UK stabilisierten sich im Verlauf der letzten Monate grösstenteils am oberen Ende der Zielkorridore.
- US-Wirtschaft muss allerdings aufgrund hoher Importzölle, eines schwächeren US-Dollars, erwarteter Zinssenkungen und inländischer Kapazitätsengpässe mittel- bis langfristig mit erneut höheren Teuerungsraten rechnen. Dieser Effekt könnte allerdings dank KI-Anwendungen und einer damit steigenden Produktivität gedämpft werden.
- In der Eurozone dürften steigende Ausgaben für Infrastruktur, Umweltschutz und Verteidigung den erwarteten Inflationsrückgang mittel- und langfristig zumindest teilweise kompensieren.
- Die Schweiz bewegt sich aktuell nahe einer Nullteuerung (Teuerung im Dezember 25 gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,1%).
- Der CH-Produzenten- und Importpreisindex liegt mit −1,8% gegenüber dem Vorjahresmonat sogar deutlich in der deflationären Zone.
AKB-Prognosen Volkswirtschaft
| BIP 2025* | BIP 2026* | BIP 2027* | Inflation 2025** | Inflation 2026** | Inflation 2027** | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schweiz | 1,2 | 1,1 | 1,4 | 0,2 | 0,1 | 0,5 |
| USA | 1,7 | 1,9 | 2,0 | 2,9 | 3,1 | 2,5 |
| Eurozone | 1,2 | 1,0 | 1,1 | 2,1 | 2,0 | 1,9 |
| Grossbritannien | 1,3 | 1,2 | 1,3 | 3,4 | 2,6 | 2,1 |
| Japan | 1,2 | 0,7 | 0,6 | 3,0 | 1,8 | 1,3 |
| China | 4,9 | 4.2 | 4,0 | 0,1 | 0,5 | 0,7 |
| Welt | 3,1 | 2,9 | 3,0 | |||
| Aktueller Stand: Februar 2026 | ||||||
Zinsen
Kurzfristige CHF-Zinsen: Zinssenkungszyklus nähert sich dem Ende
- SNB: Aktueller Leitzins seit 19.6.25 auf 0,00%
- Die Futures-Märkte erwarten bis Ende 2026 keine weiteren Zinsmassnahmen.
- Die AKB erwartet hingegen im Juni 2026 eine weitere Leitzinssenkung von 25 Basispunkten.
- FED: Aktueller Leitzins seit 10.12.25 auf 3,50%–3,75%
- US-Notenbank FED im Dilemma zwischen Preisstabilität und Wachstumsimpuls.
- Der eher überraschende Nachfolger von Jerome Powell, Kevin Warsh, gilt als konsequenter Inflationsbekämpfer und nicht als überzeugender Anhänger der Trump-Administration.
- Die Futures-Märkte erwarten bis Ende 2026 trotzdem ein bis zwei weitere Zinssenkungen zu je 25 Basispunkten.
- EZB: Aktueller Leitzins seit 5.6.25 auf 2,00%
- EZB-Direktorium spricht vom (nahenden) Ende des Zinssenkungszyklus.
- Die Futures-Märkte erwarten bis Ende 2026 keine weiteren Zinsmassnahmen.
Langfristige CHF-Zinsen: «Flucht in Sicherheit» sorgt für ein tiefes inländisches Zinsniveau
- Langfristzinsen dürften für längere Zeit auf den tieferen Niveaus verbleiben.
- Zinsstruktur dürfte sich mit dem erwarteten Ende der Leitzinssenkungen weiter normalisieren (versteilern).
Währungen
EUR/CHF
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Eine aktive Wirtschaftspolitik, rückläufige Inflationsraten und günstige Finanzierungsbedingungen sorgen für zunehmend positive Konjunkturaussichten und stützen damit die Perspektiven der europäischen Einheitswährung.
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Gegen eine deutliche Aufwertung sprechen jedoch die strukturellen Schwächen der Währungsunion: anhaltend hohe Energiepreise, eine nachlassende industrielle Wettbewerbsfähigkeit sowie ein nur schleppendes Produktivitätswachstum. Zudem dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) bei einer übermässigen Aufwertung intervenieren, da ein zu starker Euro den Aussenhandel belasten würde.
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Das fragile politische Umfeld in einzelnen Mitgliedstaaten sowie die wachsende Sorge über die steigende Staatsverschuldung bleiben zusätzliche Risikofaktoren. Insbesondere die anhaltenden Haushaltsdefizite in Südeuropa könnten die fiskalische Stabilität der Eurozone mittelfristig unter Druck setzen.
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Im Verhältnis zum Schweizer Franken bewegt sich die europäische Gemeinschaftswährung derzeit nur noch leicht unter ihrem geschätzten fairen Wert. Eine Fortsetzung der jüngsten Abwertungsdynamik würde voraussichtlich die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf den Plan rufen.
USD/CHF
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Das Investorenvertrauen in den US-Dollar bleibt brüchig, wie die jüngste Abwertung gezeigt hat. Neben politischen Unsicherheiten belasten insbesondere der anhaltende Druck auf die US-Notenbank (FED) sowie die angespannte Haushaltslage der USA, namentlich das hohe Haushalts- und Handelsbilanzdefizit, das sogenannte Zwillingsdefizit, die US-Währung. Hinzu kommt, dass eine expansivere Fiskalpolitik in Kombination mit strukturell hohen Ausgabenzwängen das Vertrauen in die langfristige Schuldentragfähigkeit weiter beeinträchtigen könnte.
-
Unterstützung erhält der Greenback hingegen von der weiterhin soliden Konjunkturentwicklung und den im internationalen Vergleich höheren Renditen auf US-Dollar-Anlagen. Zudem liegt die Bewertung gegenüber dem Franken mittlerweile leicht unter dem geschätzten fairen Niveau.
-
Seinen Status als führende Reservewährung sehen wir kurz- wie mittelfristig nicht ernsthaft gefährdet. Entsprechend dürfte der Greenback seine Rolle als sicherer Hafen im Zeitverlauf wieder zurückgewinnen.
Währungsprognosen
| Währungspaar | Aktuell* | Kurzfristige Tendenz | Mittel- bis langfristige Tendenz | Kaufkraftparität (fairer Wert)** | Unterstützung | Widerstand |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR/CHF | 0.9150 | seitwärts | leicht sinkend | 0.97 (Trend: weiter abnehmend) | 0.9095/0.9000 | 0.9275/0.9380 |
| USD/CHF | 0.7700 | seitwärts | leicht sinkend | 0.78 (Trend: weiter abnehmend) | 0.7630/0.7500 | 0.7800/0.7920 |
* Kurs vom 11.02.2026 / 18.00 Uhr
** Ermittlung des fairen Werts auf Basis der Kaufkraftparität, berechnet anhand der Konsumentenpreisentwicklung der letzten 15 Jahre (Stand per 11.11.2025)
Kommende Zentralbanksitzungen
| Nächste Sitzung | Weitere Termine | |
|---|---|---|
| FED-Sitzung (USD-Zinsen) | 18. März 2026 | 29. April 2026 / 17. Juni 2026 |
| EZB-Sitzung (EUR-Zinsen) | 5. Februar 2026 | 30. April 2026 / 11. Juni 2026 |
| SNB-Sitzung (CHF-Zinsen) | 19. März 2026 | 18. Juni 2026 / 24. September 2026 |
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