Aargauer Konjunkturbarometer
Erholung im Güterverkehr gegen Jahresende
Einen besonders detaillierten Blick verdient der Güterverkehr. Der Güterverkehr lag im Dezember im Kanton Aargau 0,6% über dem Vorjahr (November: -0,3%). Schweizweit lag die Jahresveränderungsrate bei -0,3% (November: -0,2%). Im gesamten Jahr 2025 blieb die Entwicklung des Schwerverkehr sowohl national (0,0%) als auch im Aargau (-0,1%) praktisch unverändert. Der durchschnittliche Tagesverkehr aller Fahrzeuge auf den Schweizer Nationalstrassen stieg im Jahr 2025 um 0,3%, wie eine Auswertung der AKB von über 70 Millionen Fahrzeugen ergab. Für das kleine Gesamtwachstum gegenüber dem Jahr 2024 waren daher die Autos und kleinen Nutzfahrzeugen (leichter als 3,5 Tonnen) verantwortlich.
Vom gesamten Gütertransport, der auf der Strasse erfolgt, wird etwa drei Viertel auf Nationalstrassen (Autobahnen und Autostrassen) abgewickelt. Der Anteil der Strasse am gesamten Güterverkehr (Transportleistung in Tonnenkilometern) liegt aktuell bei rund 63%, die Schiene kommt auf etwa 37%.
Der flache Trend des Schwerverkehrs widerspiegelt u.a. die Herausforderungen im Bau. Insbesondere der Wirtschaftsbau dürfte im Gegensatz zum Wohnbau vorerst weiter leiden. Die Aussichten sind allerdings gut. Für 2026 rechnet das SECO mit einem Wachstum der Bauinvestitionen um 1,6%. Wegen erheblichen statistischen Revisionen in den Vorjahren wurde für 2025 ein Minus von -0,5% geschätzt.
Industrie und Aussenhandel robust
Die Industrie-Komponente konnte sich weiter stabilisieren. Der nach Exportanteilen gewichtete internationale Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie vermochte sich erneut auf der Marke von 50,0 Punkten halten. Umfragewerte von über 50 Punkten weisen auf eine expandierende Produktion hin, Werte darunter auf einen schrumpfenden Trend.
Der globale Einkaufsmanagerindex (J.P. Morgan Global Manufacturing PMI) notierte im Dezember bei 50,4 Punkten. Zwar verlor er leicht an Dynamik (-0,1 Punkte), hält sich aber den fünften Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Positive Impulse kamen zudem vom Aussenhandel (Datenstand November). Besonders die Schweizer Exporte zeigten sich zum Jahresende widerstandsfähig, getrieben vor allem durch die Pharma-Sparte und eine starke Nachfrage aus Nordamerika und Asien, während der Handel mit Europa noch schwächelt. Nominal stiegen die Exporte um 1,6%, teuerungsbereinigt (real) resultierte ein Rückgang um -0,6%.
Automarkt im Jahr 2025 auf historischem Tief
Einen starken monatlichen Zuwachs verzeichneten die Autoverkäufe, sie legten sowohl zum Vormonat wie auch zum Vorjahresmonat zu. Trotzdem liegen die Autoverkäufe für das Gesamtjahr 2025 mit 233’737 Neuzulassungen um 2,4% unter dem Vorjahr. Schlechter sieht die Statistik für das Gesamtjahr bei den Nutzfahrzeugen aus. Die Verkäufe gingen 2025 bei den schweren Nutzfahrzeugen um 14% zurück, bei den leichten Nutzfahrzeugen lag das Minus bei 5%. Und die Verkäufe von Personentransport-Fahrzeugen gingen um 19% zurück.
Finanzmärkte freundlicher
Im Dezember 2025 zeigten sich die Finanzmärkte insgesamt freundlich, mit leichten Kursgewinnen an vielen Aktienmärkten, robusten Anleihemärkten und erwartete Entspannung bei den Leitzinsen – bei weiterhin verhaltener Konjunktur in Europa und der Schweiz. Die Märkte preisen weiterhin ein «Soft Landing» der Weltwirtschaft ein. Der Swiss Market Index (SMI) stieg innert Jahresfrist um 13,5%, ähnlich wie der Dow Jones Industrial Average (+13%). Der Nasdaq stieg um 17% und der DAX um 21%.
Swiss Index im Gleichschritt
Der nationale Swiss Index vollzog im Dezember eine fast identische Bewegung wie das regionale Pendant. Er stieg um 1,6% auf 96,8 Punkte. Dass beide Indizes gleichzeitig und in dieser Stärke zulegen, deutet auf eine fundamentale Verbesserung der Wirtschaftslage hin und nicht nur auf regionale Sondereffekte. Beide Indikatoren nähern sich damit der 100-Punkte-Marke, was ein durchschnittliches Wachstum signalisieren würde.
Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau:
Der Aargauer Konjunkturbarometer zeigt die aktuelle Dynamik der Aargauer Wirtschaft auf. Der Barometer berücksichtigt zentrale Säulen der Wirtschaft. Zu den Komponenten gehören die Stimmung der Konsumenten und Investoren, das Geschäftsklima sowie im Speziellen die Indizes der Industrie und der Finanzwirtschaft. Der Barometer wertet nur Daten aus, die zeitnah verfügbar sind. Im Indikator-Design spielen frühzyklische Komponenten eine besonders wichtige Rolle. Auf diese Weise wird die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftsleistung - gemessen am Bruttoinlandprodukt - mehrere Monate im Voraus antizipiert. Innovative Techniken wie Internet-Analysen und neue Datenquellen werden ins System eingebunden. Neben dem Aargauer Konjunkturbarometer haben die Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau einen weiteren, nationalen Indikator kreiert: Der entsprechende Swiss Index verfügt über die gleiche Methodologie wie der regionale Index. Hingegen unterscheiden sich die beiden Indikatoren teilweise bezüglich der Gewichtung und Daten. Der historische Durchschnitt beider Indikatoren beträgt immer 100. Das heisst auch: Der Barometer verläuft in einer gewissen Bandbreite langfristig seitwärts. Werte über 100 signalisieren ein im historischen Vergleich überdurchschnittliches Wachstum; Werte unter 100 ein unterdurchschnittliches Wachstum.
Disclaimer: Diese Publikation richtet sich an Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Sie richtet sich nicht an Bürger oder Niedergelassene in den USA, CAN oder UK sowie nicht an andere Personen, die Restriktionen (z.B. bezüglich Nationalität, Wohnsitz) unterliegen. Sie enthält Werbung für Finanzinstrumente und Ansichten ohne Offertcharakter. Unsere Quellen sind in der Regel zuverlässig; für Richtigkeit und Vollständigkeit garantieren wir nicht. Alle Angaben sind deshalb ohne Gewähr. Dieses Dokument berücksichtigt weder die spezifischen oder künftigen Anlageziele noch die finanzielle Lage oder individuellen Bedürfnisse des einzelnen Empfängers und ist keine individuelle Beratung. Vor einer Investition muss sich der potenzielle Anleger über die Anlagepolitik, das Anlageziel, Chancen, Risiken sowie Kosten informieren. Eine Investition erfolgt auf eigenes Risiko. Die Aargauische Kantonalbank lehnt jegliche Haftung im Zusammenhang mit möglichen Steuerfolgen ab.