Aargauer Konjunkturbarometer
Der Aargauer Konjunkturbarometer, herausgegeben von der Aargauischen Kantonalbank (AKB) und der Standortförderung Kanton Aargau, zeigt sich im Februar widerstandsfähig und verzeichnet eine spürbare Belebung. Nach dem noch verhaltenen Start ins neue Jahr legt der regionale Index im Berichtsmonat um 0,4% auf 96,9 Punkte zu. Die Verkäufe von Nutzfahrzeugen tendieren höher.
Starke Inlandkonjunktur sorgt für Belebung
Getragen wird diese Stabilisierung vor allem durch eine robuste Binnenkonjunktur. Genau die Hälfte der acht gemessenen Komponenten lieferte im Februar im Vergleich zum Vormonat positive Impulse. Der nationale Swiss Index folgt diesem Trend zwar mit einem Plus von 0,3% auf 94,4 Punkte, verharrt jedoch ganz leicht unter dem Aargauer Niveau.
Binnenmarkt und Konsum als verlässliche Stützen
Die detaillierte Betrachtung der Einzelkomponenten offenbart, dass die heimische Wirtschaft derzeit das Rückgrat der konjunkturellen Entwicklung bildet. Das Geschäftsklima, welches sich aus dem aktuellen Job-Angebot ableitet, verzeichnete im Februar ein Plus. Parallel dazu konnte sich das Konsumenten- und Investorenvertrauen vom Vormonat abheben – dies trotz der eingetrübten Finanz- und Rohstoffmärkte aufgrund des gegen Ende Februar drohenden und mittlerweile ausgebrochenen Krieges im Nahen Osten.
Besonders erfreuliche Signale kommen von den Strassen. Die Fahrzeugverkäufe, die im Vormonat noch unter den schwachen Personenwagen-Immatrikulationen gelitten hatten, drehten im Februar deutlich ins Plus. Massgeblich waren für diesen Trend die Nutzfahrzeug-Verkäufe verantwortlich. Flankiert wird dies von einem weiterhin ausserordentlich robusten Bereich Logistik & Verkehr.
Globale Industrie im spürbaren Aufwind
Während die Aargauer Industriekomponente im Februar noch auf der Stelle trat, zeichnete sich international im Monatsverlauf ein konjunktureller Rückenwind ab. Der J.P. Morgan Global Manufacturing PMI kletterte im Februar auf beachtliche 51,9 Punkte – ein 44-Monats-Hoch und der siebte Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der von der AKB errechnete gewichtete PMI der ausländischen Exportdestinationen stieg um ein halbes Prozent auf 51,4 Punkte.
Die weltweite Industrieproduktion wuchs so schnell wie seit Dezember 2021 nicht mehr. Angeführt wird diese Erholung eindeutig vom asiatischen Raum. Indien, Vietnam, Thailand, die Philippinen und Taiwan belegen die ersten fünf Plätze im globalen Wachstumsranking. Auch Europa und Grossbritannien zeigten die stärksten Expansionsraten seit mehreren Jahren. Der weltweite Auftragseingang erreichte im Februar ein Vierjahreshoch, getragen von einer anziehenden Nachfrage und einem internationalen Handelsvolumen, das erstmals seit März 2025 wieder wuchs. Die Auswirkungen des Iran-Krieges sind in dieser Entwicklung noch nicht erfasst.
Finanzmärkte: Steigende Volatilität
Die grösste Bremswirkung auf den Konjunkturbarometer ging im Februar von den Finanzmärkten aus. Die Volatilitäten sind im Zuge der Spannungen im Iran erheblich gestiegen. Der Rohstoffsektor zeigte sich im Februar äusserst dynamisch. Die Ölpreise stieg tendenziell und sprang aufgrund des Iran-Krieges Anfang März nach oben. Haupttreiber dieser Nervosität waren die geopolitischen Spannungen, primär das angespannte Verhältnis zwischen den USA und dem Iran sowie die ungelösten Konflikte im Nahen Osten, die einen Risikoaufschlag erzwingen.
Gold glänzt weiterhin auf hohem Niveau und profitiert von seiner Rolle als sicherer Hafen angesichts geopolitischer Unsicherheiten und sinkender Realzinsen. Bei den Industriemetallen trennt sich die Spreu vom Weizen: Kupfer und Nickel profitieren massiv von der ungebrochenen Nachfrageerwartung aus der Energiewende und dem Ausbau der KI-Infrastruktur. Eisenerz hingegen verzeichnete spürbare Rückgänge, was die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der globalen Bautätigkeit reflektiert.
Swiss Index im Schatten des Aargauer Barometers
Der gesamtschweizerische Swiss Index notierte im Februar bei 94,4 Punkten und stieg damit im Monatsvergleich um 0,3%. Auffällig ist die deutliche Differenz zum Aargauer Barometer (96,9 Punkte). Der nationale Index liegt damit 2,5 Punkte unter dem regionalen Pendant und im Jahresvergleich sogar um 2,0% im Minus. Beim Swiss Index ist die Finanzmarkt-Komponente höher und die Industrie-Komponente tiefer gewichtet. Gemäss der Methodik kehren beide Indizes früher oder später auf den Wert von 100 Punkten zurück. Die Entwicklung der beiden Indizes sollte sich mit einer Verzögerung von rund drei bis sechs Monaten in den offiziellen Wirtschaftsdaten widerspiegeln.
Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau:
Der Aargauer Konjunkturbarometer zeigt die aktuelle Dynamik der Aargauer Wirtschaft auf. Der Barometer berücksichtigt zentrale Säulen der Wirtschaft. Zu den Komponenten gehören die Stimmung der Konsumenten und Investoren, das Geschäftsklima sowie im Speziellen die Indizes der Industrie und der Finanzwirtschaft. Der Barometer wertet nur Daten aus, die zeitnah verfügbar sind. Im Indikator-Design spielen frühzyklische Komponenten eine besonders wichtige Rolle. Auf diese Weise wird die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftsleistung - gemessen am Bruttoinlandprodukt - mehrere Monate im Voraus antizipiert. Innovative Techniken wie Internet-Analysen und neue Datenquellen werden ins System eingebunden. Neben dem Aargauer Konjunkturbarometer haben die Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau einen weiteren, nationalen Indikator kreiert: Der entsprechende Swiss Index verfügt über die gleiche Methodologie wie der regionale Index. Hingegen unterscheiden sich die beiden Indikatoren teilweise bezüglich der Gewichtung und Daten. Der historische Durchschnitt beider Indikatoren beträgt immer 100. Das heisst auch: Der Barometer verläuft in einer gewissen Bandbreite langfristig seitwärts. Werte über 100 signalisieren ein im historischen Vergleich überdurchschnittliches Wachstum; Werte unter 100 ein unterdurchschnittliches Wachstum.
Disclaimer: Diese Publikation richtet sich an Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Sie richtet sich nicht an Bürger oder Niedergelassene in den USA, CAN oder UK sowie nicht an andere Personen, die Restriktionen (z.B. bezüglich Nationalität, Wohnsitz) unterliegen. Sie enthält Werbung für Finanzinstrumente und Ansichten ohne Offertcharakter. Unsere Quellen sind in der Regel zuverlässig; für Richtigkeit und Vollständigkeit garantieren wir nicht. Alle Angaben sind deshalb ohne Gewähr. Dieses Dokument berücksichtigt weder die spezifischen oder künftigen Anlageziele noch die finanzielle Lage oder individuellen Bedürfnisse des einzelnen Empfängers und ist keine individuelle Beratung. Vor einer Investition muss sich der potenzielle Anleger über die Anlagepolitik, das Anlageziel, Chancen, Risiken sowie Kosten informieren. Eine Investition erfolgt auf eigenes Risiko. Die Aargauische Kantonalbank lehnt jegliche Haftung im Zusammenhang mit möglichen Steuerfolgen ab.