AKB Zins- und Währungsbarometer
Wirtschaft, Inflation und Arbeitsmarkt
Globale konjunkturelle Entwicklungen aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Irankrieg leicht tiefer erwartet
- Stimmungsindikatoren für das Wachstum aufgrund der Unsicherheiten (Zölle, geoplitische Auseinandersetzungen) jüngst vom positiven in den neutralen Bereich gefallen.
- In den USA sorgen die höheren Ölpreise und die anziehende Inflation trotz relativ stabiler Arbeitsmärkte für eine leichte Eintrübung der Wachstumsaussichten.
- Die Wirtschaft in der Eurozone wird aufgrund der verstärkten Energieabhängigkeit durch die Auswirkungen des Irankrieges etwas stärker in Mitleidenschaft gezogen als die USA. Die stimulierende Wirkung der gesprochenen Ausgabenkredite in Deutschland ist schwer abschätzbar.
- Schweizer Wirtschaftswachstum – dank Rückgang der US-Handelzölle auf 15% – wieder leicht dynamischer.
- Negative Auswirkungen werden aufgrund der geringeren Energieabhängigkeit erst mit länger anhaltenden höheren Ölpreisen erwartet.
Inflation aufgrund gestiegener Ölpreise jüngst leicht anziehend
- Die höheren Ölpreise müssten allerdings für längere Zeit (mehrere Monate) Bestand haben, damit die Inflationsraten nachhaltig steigen würden.
- Die US-Inflation wird zusätzlich durch die höheren Importzölle und inländische Kapazitätsengpässe befeuert. Ein Teil dieses Anstiegs könnte aber dank KI-Anwendungen und einer damit steigenden Produktivität gedämpft werden.
- In der Eurozone dürften steigende Ausgaben für Infrastruktur, Umweltschutz und Verteidigung für zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Inflationsraten sorgen.
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Die Schweiz bewegt sich dank einer weniger grossen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nach wie vor auf einem tiefen Teuerungsniveau (Teuerung im März 26 gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,3%).
AKB-Prognosen Volkswirtschaft
| BIP 2025* | BIP 2026* | BIP 2027* | Inflation 2025** | Inflation 2026** | Inflation 2027** | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schweiz | 1,2 | 1,1 | 1,4 | 0,2 | 0,5 | 0.7 |
| USA | 2,2 | 2,4 | 2,1 | 2,7 | 3,2 | 2,5 |
| Eurozone | 1,4 | 0,8 | 1,3 | 2,1 | 2,5 | 2.0 |
| Grossbritannien | 1,3 | 0,8 | 1,4 | 3,5 | 3,0 | 2.3 |
| Japan | 1,1 | 0,6 | 0,8 | 3,2 | 2,1 | 1.6 |
| China | 5,0 | 4,3 | 4,1 | 0,1 | 2.0 | 1.0 |
| Welt | 3,1 | 2,9 | 3,0 | |||
| Aktueller Stand: April 2026 | ||||||
Zinsen
Kurzfristige CHF-Zinsen: Zinssenkungszyklus nähert sich dem Ende
- SNB: Aktueller Leitzins seit 19.6.25 auf 0,00%
- Die Futures-Märkte erwarten bis Ende 2026 keine weiteren Zinsmassnahmen.
- Die AKB erwartet in den nächsten 12 Monaten ebenfalls keine weiteren Zinsmassnahmen mehr.
- FED: Aktueller Leitzins seit 10.12.25 auf 3,50%–3,75%
- US-Notenbank FED im Dilemma zwischen Preisstabilität und Wachstumsimpuls. Situation durch den Irankrieg weiter verschärft.
- Der eher überraschende Nachfolger von Jerome Powell, Kevin Warsh, gilt als konsequenter Inflationsbekämpfer, rechnet aber dank KI-bedingten Produktivitätssteigerungen mit abnehmenden Teuerungsraten.
- Die Futures-Märkte erwarten daher bis Ende 2026 keine weitere Zinsänderung mehr.
- EZB: Aktueller Leitzins seit 5.6.25 auf 2,00%
- Die jüngsten Entwicklungen an der Inflationsfront und die Ereignisse im Iran lassen die Futures-Märkte mit Beginn des zweiten Halbjahres eine erste Zinserhöhung zu 25 Basispunkten erwarten.
Langfristige CHF-Zinsen: «Flucht in Sicherheit» sorgt für ein tiefes inländisches Zinsniveau
- Langfristzinsen dürften (u.a. aufgrund der Save-Haven-Funktion des CHF) nur sehr moderat ansteigen.
Währungen
EUR/CHF
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Aktive Devisenmarktinterventionen – ob verbal oder tatsächlich, sind derzeit nicht bestätigt – trägt zur Stabilisierung des Wechselkurses bei; die Schweizerische Nationalbank (SNB) scheint dabei ein implizites Interventionsniveau zu verfolgen.
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Mittelfristig wirken steigende Staatsausgaben, rückläufige Inflationsraten, günstigere Finanzierungsbedingungen sowie sich aufhellende Konjunkturaussichten wieder unterstützend.
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Gleichzeitig bleiben strukturelle und fiskalische Schwächen der Währungsunion bestehen: Dazu zählen die hohe Energieabhängigkeit, eine nachlassende industrielle Wettbewerbsfähigkeit sowie das weiterhin schwache Produktivitätswachstum.
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Auch das fragile politische Umfeld in einzelnen Mitgliedstaaten sowie zunehmende Sorgen über die steigende Staatsverschuldung bleiben zentrale Risikofaktoren; insbesondere die anhaltend hohen Haushaltsdefizite in Teilen Südeuropas belasten mittelfristig die fiskalische Stabilität der Eurozone.
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Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der Euro zwar unter seinem geschätzten fairen Wert; unter Berücksichtigung der Inflationsdifferenz (reale Entwicklung) lässt die SNB voraussichtlich eine graduelle Aufwertung des Frankens zu.
USD/CHF
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Die jüngste Entwicklung unterstreicht die Rolle des US-Dollars als sicherer Hafen: Kein anderer Währungsraum bietet eine vergleichbare Marktliquidität und -tiefe.
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Die aktuelle Stärke der Währung ist zudem auf eine erhöhte Nachfrage nach Petrodollars (Rohstoffe werden mehrheitlich in US-Dollar abgerechnet) sowie auf den Aufschub möglicher Zinssenkungen durch die US-Notenbank zurückzuführen; der Renditevorteil dürfte damit mittelfristig bestehen bleiben.
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Strukturelle Belastungsfaktoren würden jedoch bei nachlassenden geopolitischen Risiken wieder stärker in den Vordergrund rücken. Dazu zählt insbesondere die angespannte Haushaltslage der USA mit hohen Budget- und Leistungsbilanzdefiziten, das sogenannte Zwillingsdefizit; eine expansivere Fiskalpolitik in Kombination mit strukturell hohen Staatsausgaben beeinträchtigt zudem das Vertrauen in die langfristige Schuldentragfähigkeit der USA.
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Gegenüber dem Schweizer Franken bewegt sich der US-Dollar derzeit in etwa auf seinem geschätzten fairen Wert.
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Seinen Status als weltweit führende Reservewährung sehen wir mittel- bis langfristig nicht gefährdet, da entsprechende Regimewechsel in der Regel Jahrzehnte dauern und derzeit keine gleichwertige Alternative erkennbar ist (dem Euro fehlt es an fiskalischer und politischer Integration, während der Renminbi weiterhin Kapitalverkehrskontrollen unterliegt).
Währungsprognosen
| Währungspaar | Aktuell* | Kurzfristige Tendenz | Mittel- bis langfristige Tendenz | Kaufkraftparität (fairer Wert)** | Unterstützung | Widerstand |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR/CHF | 0.9210 | seitwärts | leicht sinkend | 0.94 (Trend: weiter abnehmend) | 0.9150/0.9025 | 0.9330/0.9400 |
| USD/CHF | 0.7850 | seitwärts | leicht sinkend | 0.78 (Trend: weiter abnehmend) | 0.7760/0.7640 | 0.7930/0.8030 |
* Kurs vom 27.04.2026 / 09.30 Uhr
** Ermittlung des fairen Werts auf Basis der Kaufkraftparität, berechnet anhand der Konsumentenpreisentwicklung der letzten 15 Jahre (Stand per 11.03.2026)
Kommende Zentralbanksitzungen
| Nächste Sitzung | Weitere Termine | |
|---|---|---|
| FED-Sitzung (USD-Zinsen) | 29.4.2026 | 17.6.2026 / 29.7.2026 |
| EZB-Sitzung (EUR-Zinsen) | 30.4.2026 | 11.6.2026 / 23.7.2026 |
| SNB-Sitzung (CHF-Zinsen) | 18.6.2026 | 24.9.2026 / 10.12.2026 |
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