AKB Zins- und Währungsbarometer
Wirtschaft, Inflation und Arbeitsmarkt
Globale konjunkturelle Entwicklungen aufgrund höherer US-Zölle moderat steigend erwartet
- Stimmungsindikatoren für das Wachstum trotz Unsicherheiten (Zölle, geoplitische Auseinandersetzungen) nach wie vor überraschend positiv.
- Nur minimer Wachstumsrückgang in den USA aufgrund der Importzollerhöhungen, Arbeitsmärkte bleiben (noch) relativ stabil. Dies trotz des jüngsten Angriffs auf Iran.
- Wirtschaft in der Eurozone stetig stabiler erwartet, Rückenwind durch die gesprochenen Ausgabenkredite in Deutschland und den Aufschwung in Südeuropa (Spanien, Portugal).
- Schweizer Wirtschaftswachstum – dank Rückgang der US-Handelzölle auf 15% – wieder leicht dynamischer.
- Negative Auswirkungen erst mit länger anhaltenden höheren Ölpreisen erwartet (was zur Zeit nicht erwartet wird).
Inflationsrückgang setzt sich ausserhalb der USA fort
- Die höheren Ölpreise müssten nun für längere Zeit (mehrere Monate) Bestand haben, damit die Inflationsraten nachhaltig steigen würden.
- Die Inflationsraten ausserhalb der USA und UK stabilisierten sich im Verlauf der letzten Monate grösstenteils am oberen Ende der Zielkorridore.
- US-Wirtschaft muss allerdings aufgrund hoher Importzölle, eines schwächeren US-Dollars, erwarteter Zinssenkungen und inländischer Kapazitätsengpässe mittel- bis langfristig mit erneut höheren Teuerungsraten rechnen. Dieser Effekt könnte aber dank KI-Anwendungen und einer damit steigenden Produktivität gedämpft werden.
- In der Eurozone dürften steigende Ausgaben für Infrastruktur, Umweltschutz und Verteidigung den erwarteten Inflationsrückgang mittel- und langfristig zumindest teilweise kompensieren.
-
Die Schweiz bewegt sich aktuell nahe einer Nullteuerung (Teuerung im Februar 25 gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,1%).
- Der CH-Produzenten- und Importpreisindex liegt mit −1,8% gegenüber dem Vorjahresmonat nach wie vor deutlich in der deflationären Zone.
AKB-Prognosen Volkswirtschaft
| BIP 2025* | BIP 2026* | BIP 2027* | Inflation 2025** | Inflation 2026** | Inflation 2027** | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schweiz | 1,2 | 1,1 | 1,4 | 0,2 | 0,1 | 0,5 |
| USA | 1,7 | 1,9 | 2,0 | 2,9 | 3,1 | 2,5 |
| Eurozone | 1,2 | 1,0 | 1,1 | 2,1 | 2,0 | 1,9 |
| Grossbritannien | 1,3 | 1,2 | 1,3 | 3,4 | 2,6 | 2,1 |
| Japan | 1,2 | 0,7 | 0,6 | 3,0 | 1,8 | 1,3 |
| China | 4,9 | 4.2 | 4,0 | 0,1 | 0,5 | 0,7 |
| Welt | 3,1 | 2,9 | 3,0 | |||
| Aktueller Stand: März 2026 | ||||||
Zinsen
Kurzfristige CHF-Zinsen: Zinssenkungszyklus nähert sich dem Ende
- SNB: Aktueller Leitzins seit 19.6.25 auf 0,00%
- Die Futures-Märkte erwarten bis Ende 2026 keine weiteren Zinsmassnahmen.
- Die AKB erwartet hingegen im Juni 2026 eine weitere Leitzinssenkung von 25 Basispunkten.
- FED: Aktueller Leitzins seit 10.12.25 auf 3,50%–3,75%
- US-Notenbank FED im Dilemma zwischen Preisstabilität und Wachstumsimpuls. Situation durch den Irankrieg weiter verschärft.
- Der eher überraschende Nachfolger von Jerome Powell, Kevin Warsh, gilt als konsequenter Inflationsbekämpfer, rechnet aber dank KI-bedingten Produktivitätssteigerungen mit abnehmenden Teuerungsraten.
- Die Futures-Märkte erwarten daher bis Ende 2026 nun noch eine weitere Zinssenkungen zu 25 Basispunkten.
- EZB: Aktueller Leitzins seit 5.6.25 auf 2,00%
- Ende des Zinssenkungszyklus scheint erreicht.
- Die jüngsten Entwicklungen an der Inflationsfront und die Ereignisse im Iran lassen die Futures-Märkte mittlerweile eine erste Zinserhöhung zu 25 Bsispunkte bis Ende diesen Jahres erwarten.
Langfristige CHF-Zinsen: «Flucht in Sicherheit» sorgt für ein tiefes inländisches Zinsniveau
- Langfristzinsen dürften für längere Zeit auf den tieferen Niveaus verbleiben.
- Zinsstruktur dürfte sich mit dem erwarteten Ende der Leitzinssenkungen weiter normalisieren (versteilern).
Währungen
EUR/CHF
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Kurzfristig überlagern die negativen Folgen der Eskalation im Nahen Osten, insbesondere höhere Energiepreise, die positiven Treiber für die europäische Einheitswährung. Mittelfristig dürften jedoch steigende Staatsausgaben, rückläufige Inflationsraten, günstigere Finanzierungsbedingungen und zunehmend bessere Konjunkturaussichten wieder unterstützend wirken.
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Gleichzeitig bleiben strukturelle Schwächen der Währungsunion bestehen. Dazu zählen die hohe Energieabhängigkeit, eine nachlassende industrielle Wettbewerbsfähigkeit sowie das weiterhin schwache Produktivitätswachstum.
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Auch das fragile politische Umfeld in einzelnen Mitgliedstaaten und die wachsenden Sorgen über die steigende Staatsverschuldung bleiben Risikofaktoren. Vor allem die anhaltend hohen Haushaltsdefizite in Teilen Südeuropas könnten die fiskalische Stabilität der Eurozone mittelfristig belasten.
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Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der Euro inzwischen wieder deutlich unter seinem geschätzten fairen Wert. Eine anhaltende Abwertung dürfte voraussichtlich die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu verstärkter Aufmerksamkeit oder möglichen Interventionen am Devisenmarkt veranlassen.
USD/CHF
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Die jüngste Entwicklung bestätigt erneut die Rolle des US-Dollars als sicherer Hafen. Die aktuelle Stärke der Währung ist jedoch auch darauf zurückzuführen, dass die geopolitischen Spannungen die US-Wirtschaft weniger stark treffen als andere Währungsräume. Zudem profitiert der Greenback weiterhin von einem Renditevorteil, da mögliche Zinssenkungen in den USA später erfolgen dürften.
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Mittelfristig könnten jedoch strukturelle Belastungsfaktoren an Bedeutung gewinnen. Dazu zählen insbesondere die angespannte Haushaltslage der USA mit hohen Budget- und Leistungsbilanzdefiziten, dem sogenannten Zwillingsdefizit. Eine expansivere Fiskalpolitik in Kombination mit strukturell hohen Staatsausgaben könnte zudem das Vertrauen in die langfristige Schuldentragfähigkeit der USA belasten.
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Gegenüber dem Schweizer Franken bewegt sich der US-Dollar derzeit in etwa auf seinem geschätzten fairen Wert.
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Seinen Status als weltweit führende Reservewährung sehen wir jedoch auch bei einer Normalisierung der geopolitischen Lage nicht ernsthaft gefährdet.
Währungsprognosen
| Währungspaar | Aktuell* | Kurzfristige Tendenz | Mittel- bis langfristige Tendenz | Kaufkraftparität (fairer Wert)** | Unterstützung | Widerstand |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR/CHF | 0.9030 | seitwärts | leicht sinkend | 0.97 (Trend: weiter abnehmend) | 0.8980/0.8850 | 0.9130/0.9230 |
| USD/CHF | 0.7840 | seitwärts | leicht sinkend | 0.78 (Trend: weiter abnehmend) | 0.7750/0.7610 | 0.7920/0.8000 |
* Kurs vom 11.03.2026 / 16.00 Uhr
** Ermittlung des fairen Werts auf Basis der Kaufkraftparität, berechnet anhand der Konsumentenpreisentwicklung der letzten 15 Jahre (Stand per 11.03.2026)
Kommende Zentralbanksitzungen
| Nächste Sitzung | Weitere Termine | |
|---|---|---|
| FED-Sitzung (USD-Zinsen) | 18. März 2026 | 29. April 2026 / 17. Juni 2026 |
| EZB-Sitzung (EUR-Zinsen) | 19. März 2026 | 30. April 2026 / 11. Juni 2026 |
| SNB-Sitzung (CHF-Zinsen) | 19. März 2026 | 18. Juni 2026 / 24. September 2026 |
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