Aargauer Konjunkturbarometer
Der Aargauer Konjunkturbarometer, herausgegeben von der Aargauischen Kantonalbank (AKB) und der Standortförderung Kanton Aargau, steigt im August um 2,0% auf 105,8 Punkte. Sieben der acht Komponenten verbessern sich gegenüber dem Vormonat. Industrie und Aussenhandel stützen die Entwicklung, während Logistik und Verkehr nach dem kräftigen Anstieg im Juli nachgeben. Der Swiss Index legt um 4,2% auf 105,7 Punkte zu und liegt damit praktisch gleichauf mit dem kantonalen Barometer.
Der Kanton Aargau wächst weiter
Nach dem kräftigen Anstieg im Juli gewinnt der Aargauer Konjunkturbarometer im August weiter an Boden, allerdings mit geringerer Dynamik. Gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt das Plus 12,5%. Mit 105,8 Punkten liegt der Index klar über seinem langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten und signalisiert damit eine im historischen Vergleich überdurchschnittliche Wachstumsdynamik. Die Verbesserung erfasst fast alle Komponenten, auch wenn Arbeitsmarkt und Konsum weiterhin ein verhaltenes Bild zeigen.
Industrie gewinnt an Dynamik
Die Industriekomponente entwickelt sich im August positiv. Mit einer Gewichtung von 22,5% ist sie die bedeutendste Komponente des Aargauer Barometers; im Swiss Index beträgt ihr Anteil 15%. Die jüngste Umfrage von procure.ch und UBS bestätigt die Belebung. Der Schweizer Industrie-PMI steigt im August um 3,9 auf 57,1 Punkte und bleibt damit den sechsten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Produktion und Auftragsbestände legen deutlich zu. Die Beschäftigungskomponente überschreitet erstmals seit November 2025 wieder die Wachstumsschwelle. Der Dienstleistungs-PMI sinkt nach dem aussergewöhnlich starken Juli zwar auf 58,3 Punkte, signalisiert aber weiterhin eine solide Expansion.
Der von der AKB berechnete exportgewichtete internationale PMI erreicht 52,4 Punkte (+0,4 Punkte). Der globale Gesamtindex für Industrie und Dienstleistungen klettert auf 53,5 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit 27 Monaten.
Aussenhandel liefert positive Impulse
Die Aussenhandelskomponente setzt ihren Aufwärtstrend fort. Sie basiert auf gesamtschweizerischen Daten und ist im Aargauer Index mit 10% stärker gewichtet als im Swiss Index mit 7,5%. Die im August veröffentlichten Aussenhandelszahlen des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit beziehen sich auf Juli. Die Schweizer Exporte steigen in diesem Monat saisonbereinigt nominal um 13,8% und real (inflationsbereinigt) um 10,7%. Die Importe gehen nominal um 4,5% zurück (real: -2,8%). Der Handelsbilanzüberschuss erreicht mit 8,1 Milliarden Franken einen Monatsrekord.
Der Exportanstieg wird wesentlich von chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen getragen. Auch Uhren und Metalle legen zu, während die Ausfuhren von Maschinen, Elektronik und Apparaten stagnieren. Der kräftige Gesamtzuwachs lässt sich deshalb nicht gleichermassen auf alle exportorientierten Branchen übertragen.
Logistik verliert an Schwung
Die Komponente Logistik und Verkehr gibt nach dem starken Vormonat nach. Sie ist damit die einzige der acht Aargauer Komponenten mit einer rückläufigen Monatstendenz. Im Swiss Index entwickelt sich der Bereich dagegen positiv.
Die Messungen des Schwerverkehrs zeigen für den Aargau im August ein Plus von 1,3% gegenüber dem Vorjahresmonat. Gesamtschweizerisch beträgt der Zuwachs 6,3%. Das Verkehrsaufkommen der Gütertransporte liegt damit auch im Aargau über dem Vorjahresniveau, wächst aber deutlich langsamer als im nationalen Vergleich.
Die Verkäufe schwerer Nutzfahrzeuge liegen seit Jahresbeginn schweizweit 3,7% über der entsprechenden Vorjahresperiode und bleiben ein positives Signal für die Investitionstätigkeit im Transportbereich.
Anleger sind zuversichtlicher
Die gemeinsame Komponente Konsumenten- und Investorenvertrauen hellt sich auf. Dahinter stehen gegenläufige Entwicklungen: Das separat ausgewiesene Investorenvertrauen verbessert sich gegenüber dem Vormonat um 3,2%, während das Konsumentenvertrauen um 4,8% zurückgeht.
Der Automarkt zeigt noch keine kräftige Belebung. Die Personenwagenverkäufe liegen gemäss den unbereinigten Ausgangsdaten 0,6% unter dem Vorjahresmonat. Der Rückstand fällt jedoch kleiner aus als im Juli mit 3,2%. Die Fahrzeugkomponente des Barometers (Personenwagen und Nutzfahrzeuge) stabilisiert sich entsprechend mit leicht positiver Tendenz.
Finanzmärkte stützen den Index
Die Finanzmarktkomponente entwickelt sich positiv und stützt den Barometer. Gleichzeitig nimmt das separat berechnete Volatilitätsmass gegenüber dem Vormonat deutlich zu. Die Verbesserung der Finanzmarktkomponente geht somit mit stärkeren Marktschwankungen einher. Aufgrund ihres geringeren Gewichts von 7,5% gegenüber 17,5% im Swiss Index beeinflusst diese Komponente den Aargauer Barometer weniger stark.
Bessere Ausgangslage bei anhaltenden Belastungen
Die August-Daten zeigen eine breit abgestützte Verbesserung der konjunkturellen Signale. Eine stärkere Industrie und positive Aussenhandelsimpulse stehen einer weiterhin zurückhaltenden Personalnachfrage und etwas vorsichtigeren Konsumenten gegenüber.
Der Aargauer Konjunkturbarometer und der Swiss Index erfassen zeitnah verfügbare Daten aus acht wirtschaftlichen Bereichen. Frühzyklische Komponenten sollen Hinweise auf die Entwicklung der Wirtschaftsleistung mehrere Monate im Voraus liefern. Beide Indikatoren beruhen auf derselben Methodologie, unterscheiden sich aber teilweise in ihren Daten und Gewichtungen. Der langfristige Durchschnitt beträgt 100 Punkte. Höhere Werte signalisieren eine historisch überdurchschnittliche, tiefere Werte eine unterdurchschnittliche Wachstumsdynamik. Veränderungen des Barometers sind keine BIP-Wachstumsraten.
Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau:
Der Aargauer Konjunkturbarometer zeigt die aktuelle Dynamik der Aargauer Wirtschaft auf. Der Barometer berücksichtigt zentrale Säulen der Wirtschaft. Zu den Komponenten gehören die Stimmung der Konsumenten und Investoren, das Geschäftsklima sowie im Speziellen die Indizes der Industrie und der Finanzwirtschaft. Der Barometer wertet nur Daten aus, die zeitnah verfügbar sind. Im Indikator-Design spielen frühzyklische Komponenten eine besonders wichtige Rolle. Auf diese Weise wird die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftsleistung - gemessen am Bruttoinlandprodukt - mehrere Monate im Voraus antizipiert. Innovative Techniken wie Internet-Analysen und neue Datenquellen werden ins System eingebunden. Neben dem Aargauer Konjunkturbarometer haben die Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau einen weiteren, nationalen Indikator kreiert: Der entsprechende Swiss Index verfügt über die gleiche Methodologie wie der regionale Index. Hingegen unterscheiden sich die beiden Indikatoren teilweise bezüglich der Gewichtung und Daten. Der historische Durchschnitt beider Indikatoren beträgt immer 100. Das heisst auch: Der Barometer verläuft in einer gewissen Bandbreite langfristig seitwärts. Werte über 100 signalisieren ein im historischen Vergleich überdurchschnittliches Wachstum; Werte unter 100 ein unterdurchschnittliches Wachstum.
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