AKB Zins- und Währungsbarometer
Wirtschaft, Inflation und Arbeitsmarkt
Globale konjunkturelle Entwicklungen trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Irankrieg nach wie vor erstaunlich optimistisch
- Stimmungsindikatoren der Unternehmungen bleiben für die USA, Japan, China und speziell die Schweiz trotz der Unsicherheiten (Zölle, geopolitische Auseinandersetzungen) im (stark) positiven Bereich. Die EU und das UK befinden sich im neutralen Bereich.
- Somit kann auch weiterhin ein global moderat steigendes Wachstum erwartet werden.
- In den USA führte die jüngste Entspannung bei den Ölpreisen zu wieder wachstumsfreundlicheren Aussichten.
- Die Wirtschaft in der Eurozone wird aufgrund der verstärkten Energieabhängigkeit durch die Auswirkungen des Irankrieges stärker in Mitleidenschaft gezogen als die USA. Die stimulierende Wirkung der gesprochenen Ausgabenkredite in Deutschland ist schwer abschätzbar.
- Das Schweizer Wirtschaftswachstum zeigt sich trotz der Unsicherheiten dynamisch und stabil. Die Resilienz der inländischen Unternehmungen scheint ein spürbarer Wettbewerbsvorteil gegenüber den umliegenden Mitbewerbern zu sein.
Inflation aufgrund gestiegener Ölpreise höher, jüngst stabil bis wieder leicht sinkend
- Insbesondere in den USA und der Eurozone sind die Teuerungsraten deutlich über 3% gestiegen und liegen trotz jüngster Entspannung immer noch spürbar über den Zielkorridoren der Zentralbanken.
- Die höheren Ölpreise müssten allerdings für längere Zeit (mehrere Monate) Bestand haben, damit die Inflationsraten nachhaltig auf diesen Niveaus bleiben.
- Die US-Inflation könnte dank KI-Anwendungen und einer damit steigenden Produktivität weiter gedämpft werden.
- In der Eurozone dürften steigende Ausgaben für Infrastruktur, Umweltschutz und Verteidigung eher für zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Inflationsraten sorgen.
- Die Schweiz bewegt sich dank einer weniger grossen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nach wie vor auf einem tiefen Teuerungsniveau (Teuerung im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,4%).
AKB-Prognosen Volkswirtschaft
| BIP 2025* | BIP 2026* | BIP 2027* | Inflation 2025** | Inflation 2026** | Inflation 2027** | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schweiz | 1,2 | 1,1 | 1,4 | 0,2 | 0,7 | 0,8 |
| USA | 2,2 | 2,2 | 2,1 | 2,7 | 3,4 | 2,4 |
| Eurozone | 1,4 | 0,6 | 0,9 | 2,1 | 2,9 | 2,1 |
| Grossbritannien | 1,4 | 0,9 | 1,1 | 3,5 | 3,4 | 2,5 |
| Japan | 1,1 | 0,6 | 0,8 | 3,2 | 2,0 | 1,9 |
| China | 5,0 | 4,6 | 4,4 | 0,1 | 1,2 | 1,0 |
| Welt | 3,4 | 3,1 | 3,2 | |||
| Aktueller Stand: August 2026 | ||||||
Zinsen
Kurzfristige CHF-Zinsen: Zinssenkungszyklus nähert sich dem Ende
- SNB: Aktueller Leitzins seit 19.6.25 auf 0,00%
- Die Futures-Märkte erwarten bis Ende 2026 keine weiteren Zinsmassnahmen.
- Die AKB erwartet in den nächsten 12 Monaten ebenfalls keine weiteren Zinsmassnahmen mehr.
- FED: Aktueller Leitzins seit 10.12.25 auf 3,50%–3,75%
- Die US-Notenbank FED legt gemäss jüngster Lagebeurteilung einen verstärkten Fokus auf Preisstabilität.
- Der neue FED-Chef Kevin Warsh gilt als konsequenter Inflationsbekämpfer, rechnet aber dank KI-bedingten Produktivitätssteigerungen mit abnehmenden Teuerungsraten.
- Die Futures-Märkte erwarten bis Ende 2026 nicht zuletzt aufgrund der Aussagen von Warsh mindestens eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten.
- EZB: Aktueller Leitzins seit 11.6.26 auf 2,25%
- Der Aufwärtsdruck an der Inflationsfront könnte gemäss Terminmärkten bis Ende des Jahres zu einer weiteren Zinserhöhung von 25 Basispunkten führen.
Langfristige CHF-Zinsen: «Flucht in Sicherheit» sorgt für ein tiefes inländisches Zinsniveau
- Langfristzinsen dürften unter anderem aufgrund der Safe-Haven-Funktion des CHF nur sehr moderat ansteigen.
- Die steigende Staatsverschuldung, welche in fast allen anderen Ländern für Aufwärtsdruck auf die Langfristzinsen sorgt, ist in der Schweiz deutlich weniger vorhanden. Zudem ist das absolute Verschuldungsniveau viel tiefer.
Währungen
- Die Zeichen beim Schweizer Franken stehen weiterhin auf eine Entspannung des Aufwertungsdrucks: Sinkende geopolitische Risiken reduzieren tendenziell die Nachfrage nach sicheren Häfen, während die Zinsdifferenz zu den meisten anderen Währungsräumen stabil bis steigend ist. Gleichzeitig hat die SNB erneut ihre erhöhte Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen betont, um einer raschen und übermässigen Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken.
- Aus mittel- und langfristiger Perspektive dürfte der Franken aufgrund der strukturell niedrigen Inflation, seiner Funktion als sicherer Hafen sowie der politischen und wirtschaftlichen Stabilität der Schweiz grundsätzlich stark bleiben.
- Eine graduelle Aufwertung des Frankens dürfte die SNB hingegen tolerieren, solange sie nicht zu einer raschen und übermässigen Aufwertung führt und die Preisstabilität nicht gefährdet.
EUR/CHF
- Die weitere Entwicklung des Euros wird unter anderem stark von der zukünftigen Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) und damit von der Inflationsentwicklung abhängen: Eine längerfristig restriktivere Geldpolitik dürfte die europäische Einheitswährung stützen, während eine neutrale bis expansivere Geldpolitik das Renditepotenzial europäischer Anlagen und damit die Nachfrage nach dem Euro begrenzen könnte. Die EZB hat im Juni 2026 die Leitzinsen zwar nochmals angehoben, im Juli jedoch unverändert belassen und ihre weitere Geldpolitik von der Inflationsentwicklung und den wirtschaftlichen Daten abhängig gemacht.
- Die wirtschaftlichen Wachstumsaussichten für die Eurozone haben sich grundsätzlich aufgehellt, bleiben aber verhalten. Strukturelle Schwächen wie eine nachlassende industrielle Wettbewerbsfähigkeit, eine fragmentierte Kapitalmarktstruktur und ein schwaches Produktivitätswachstum belasten die längerfristigen Wachstumsperspektiven und damit auch das Aufwertungspotenzial des Euros. Die EZB erwartet zudem weiterhin sinkende globale Exportmarktanteile der Eurozone.
- Auch das fragile politische Umfeld in einzelnen Mitgliedstaaten sowie die zunehmenden Sorgen über die steigende Staatsverschuldung bleiben zentrale Risikofaktoren. Insbesondere hohe Defizite und Schuldenstände einzelner Länder können die fiskalische Stabilität belasten und bei einer Verschlechterung des Anlegervertrauens zu höheren Risikoprämien führen.
USD/CHF
- Der US-Dollar bleibt dank vergleichsweise hoher nominaler Renditen, eines robusten Wirtschaftswachstums und der gegenüber den zu Jahresbeginn erwarteten geringeren geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank grundsätzlich gut unterstützt. Die Fed hält den Leitzins derzeit bei 3,50–3,75 %, während die US-Wirtschaft trotz erhöhter Unsicherheit weiterhin solide wächst. Gleichzeitig liegt die Inflation weiterhin deutlich über dem Zielwert von 2 %.
- Die gestiegene Bewertung sowie strukturelle Belastungsfaktoren könnten mittel- und langfristig wieder stärker in den Vordergrund rücken. Insbesondere die angespannte Haushaltslage der USA mit hohen Budget- und Leistungsbilanzdefiziten – dem sogenannten Zwillingsdefizit – stellt einen strukturellen Belastungsfaktor dar. Eine dauerhaft expansive Fiskalpolitik und strukturell hohe Staatsausgaben könnten zudem das Vertrauen in die langfristige Schuldentragfähigkeit der Vereinigten Staaten beeinträchtigen.
- Den Status des US-Dollars als weltweit führende Reservewährung sehen wir mittel- bis langfristig jedoch nicht gefährdet. Ein grundlegender Wechsel des internationalen Währungsregimes dürfte sich über Jahrzehnte vollziehen, und derzeit ist keine gleichwertige Alternative mit vergleichbarer Liquidität, Markttiefe und internationaler Verankerung erkennbar. Der Euro leidet weiterhin unter der unvollständigen fiskalischen und politischen Integration der Eurozone, während der chinesische Renminbi durch bestehende Kapitalverkehrskontrollen und die geringere Öffnung der chinesischen Finanzmärkte eingeschränkt bleibt. Die dominante Stellung des Dollars zeigt sich auch daran, dass er im ersten Quartal 2026 noch rund 57 % der weltweit ausgewiesenen Währungsreserven ausmachte, gegenüber gut 20 % beim Euro und knapp 2 % beim Renminbi.
Währungsprognosen
| Währungspaar | Aktuell* | Kurzfristige Tendenz | Mittel- bis langfristige Tendenz | Kaufkraftparität (fairer Wert)** | Unterstützung | Widerstand |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR/CHF | 0.9335 | seitwärts | leicht sinkend | 0.93 (Trend: weiter abnehmend) | 0.9280/0.9175 | 0.9440/0.9550 |
| USD/CHF | 0.7990 | seitwärts | leicht sinkend | 0.78 (Trend: weiter abnehmend) | 0.7920/0.7800 | 0.8100/0.8180 |
* Kurs vom 20.08.2026 / 10.00 Uhr
** Ermittlung des fairen Werts auf Basis der Kaufkraftparität, berechnet anhand der Konsumentenpreisentwicklung der letzten 15 Jahre (Stand per 08.06.2026)
Kommende Zentralbanksitzungen
| Nächste Sitzung | Weitere Termine | |
|---|---|---|
| EZB-Sitzung (EUR-Zinsen) | 10.09.2026 | 29.10.2026 / 17.12.2026 |
| FED-Sitzung (USD-Zinsen) | 16.09.2026 | 28.10.2026 / 09.12.2026 |
| SNB-Sitzung (CHF-Zinsen) | 24.09.2026 | 10.12.2026 / 18.03.2027 |
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