Carota Organic Store

Ein Jahr lang haben Eli Rutz, Steffi Koller und Silla Gröbly gemeinsam auf die Eröffnung des Carota Organic Stores in der Badener Innenstadt hingearbeitet. Seit Ende August sind die Türen nun für die Kundinnen und Kunden geöffnet. «Wir möchten noch ein paar Dinge anpassen und einige Abläufe optimieren, aber der Store ist richtig toll geworden», freut sich Eli Rutz, die gemeinsam mit Steffi Koller die Geschäftsführung innehat.
Wer das Geschäft betritt, steht direkt im Bistro, wo Kaffee, Smoothies sowie Frühstück und Mittagessen angeboten werden. Das gesamte Angebot kann als Take-away für unterwegs mitgenommen oder im Aufenthaltsbereich des Bistros genossen werden. Ein Stockwerk unter dem Bistro befindet sich der Supermarkt. Rund 4000 verschiedene Produkte – alle in Bioqualität – werden hier angeboten. Von Früchten und Gemüse bis hin zu Kosmetikprodukten und Wein ist alles dabei. «Wenn immer möglich versuchen wir, Produkte aus der Region in unser Sortiment aufzunehmen», sagt Eli Rutz.
Genossenschaft als Basis
Während unseres Gesprächs am grossen Gemeinschaftstisch im Bistro kommt Lucia Gilli mit ihrer Tochter vorbei. Sie grüsst kurz und geht zum anderen Ende des Raums, wo an der Wand auf drei grossen grünen Pflanzenblättern aus Holz ganz viele Vornamen aufgeklebt sind. Lucia beginnt damit, noch weitere Namen anzubringen. Mittlerweile sind es über 650 Vornamen. Sie alle sind Teil des Carota Organic Stores, der als Genossenschaft aufgebaut ist. Auch Lucia Gilli ist Genossenschafterin und hilft in ihrer Freizeit regelmässig mit – genauso wie viele andere Mitglieder der Genossenschaft. «Ohne dieses freiwillige Engagement könnten wir unser Geschäft nicht führen. Auch beim Aufbau haben wir enorm viel Unterstützung aus unserer Genossenschaft bekommen», erzählt Steffi Koller.
Die Genossenschaft als Basis sorgt dafür, dass das Unternehmen auf einem nachhaltigen Fundament aufgebaut werden kann. «Zusätzlich dazu, dass wir die ökologische Nachhaltigkeit fördern, indem wir ausschliesslich biologische Produkte verkaufen und verarbeiten, ist unsere Genossenschaft eine Investition in die soziale Nachhaltigkeit», sagt Silla Gröbly. Brigitte Huber ergänzt, dass durch die Regionalität der Produkte «auch die Wertschöpfung in der Region bleibt und nachhaltig ist.» Sie ist ebenfalls als Genossenschafterin zum Carota Organic Store gestossen und arbeitet mittlerweile festangestellt als Fachverantwortliche Bistro & Supermarkt.
Transparente Entscheidungsprozesse
Obwohl die Nachhaltigkeit im Carota Organic Store also quasi das Geschäftsmodell ist, haben sich die Verantwortlichen entschieden, am AKB Förderprogramm teilzunehmen. Zwei Projekte wollen sie bis im Dezember umsetzen. Im ersten geht es darum, transparente Entscheidungsprozesse für Nachhaltigkeitsfragen zu entwickeln und zu dokumentieren. Was theoretisch klingt, hat viele praktische Anwendungsfälle im Alltag. So geht es beispielsweise um die Frage, welche Produkte in das Sortiment aufgenommen werden sollen und welche nicht. Oder darum, welche Veranstaltungen im Bistro durchgeführt werden dürfen. Sind es nur solche, die sich um Themen wie Nachhaltigkeit, Natur und biologischen Landbau drehen oder sind auch andere Themen erlaubt? «Wir wollen für die Beantwortung dieser alltäglichen Frage- und Problemstellungen klare Prozesse und Kriterien haben, an denen wir uns orientieren können», sagt Steffi Koller.
Im zweiten Projekt steht die Kommunikation im Zentrum. Einerseits sollen die Nachhaltigkeitswerte des Unternehmens definiert und andererseits die Leitlinien erarbeitet werden, wie diese Werte kommuniziert werden. «Wir wollen mit unserer Kommunikation unsere Mitarbeitenden, aber vor allem auch unsere Genossenschaftsmitglieder und unsere Kundinnen und Kunden erreichen», sagt Silla Gröbly. «Das ist entscheidend, denn wir wollen insbesondere unseren Mitgliedern einen Mehrwert bieten und ihnen mit unseren Angeboten auch die Möglichkeit zum Dialog und zur Begegnung geben.»
Wertvoller Input
Die Arbeit an den beiden Projekten nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Eine Ressource, die Eli Rutz, Steffi Koller, Silla Gröbly und Brigitte Huber in der turbulenten Eröffnungsphase eigentlich gar nicht haben. Dennoch ist für sie klar: Die Teilnahme am AKB Förderprogramm lohnt sich auf jeden Fall. «Wir bekommen gerade in den Einzelcoachings sehr viel wertvollen Input und einen kritischen Blick von aussen. Das ist gerade in der Anfangsphase, in der wir sehr viele Entscheidungen treffen müssen, sehr hilfreich», sagt Brigitte Huber. Zudem sei der Rahmen des Förderprogramms super, da er sie quasi dazu «zwinge», sich schon in diesem frühen Stadium der Unternehmensgeschichte mit Fragen rund um Entscheidungsprozesse und Werte auseinanderzusetzen. «Das hätten wir wohl ohne die Teilnahme am Förderprogramm nicht in dieser Intensität oder nicht zu diesem frühen Zeitpunkt gemacht», sagt Eli Rutz. «Wir erachten es daher als grossen Vorteil, als so junges Unternehmen am Förderprogramm teilzunehmen zu können.»
Mehr erfahren: carotastore.ch