Bachmann Logistik AG

«Der eLKW ist bereits vollständig geladen», sagt Andreas Wagner mit Blick auf die Anzeige der temporären E-Ladestelle. Diese steht direkt vor der grossen Lagerhalle am Hauptsitz von Bachmann Transport im Kölliker Hardfeld. Nur ein paar Meter entfernt auf der anderen Seite des Parkplatzes laufen die Bauarbeiten für die nächsten Ladestellen. 14 sollen es werden, zwei davon öffentlich nutzbar. «Bis im nächsten Frühling sind die Bauarbeiten für die 14 Ladestationen sowie die dazugehörige PV-Anlage und den Batteriespeicher abgeschlossen», sagt Wagner.
Er ist stellvertretender Geschäftsführer der Bachmann Logistik AG. Das Familienunternehmen, das 1933 gegründet wurde und mittlerweile in dritter Generation von Philipp Bachmann geführt wird, hat sich auf den Transport von Schüttgut und Flüssigkeiten vornehmlich in der Lebensmittelindustrie spezialisiert. Mehr als 280 000 Tonnen Ware werden pro Jahr mit den 36 Lastwagen des Unternehmens transportiert. Am häufigsten werden Zucker, Milchpulver, Reis, Kaffee, Mehl und Kunststoffgranulat ausgeliefert. «Wir sind vor allem in der Schweiz unterwegs, übernehmen für unsere Kunden aber auch Fahrten im näheren Ausland», erzählt Andreas Wagner. Auf ihren Touren haben die Chauffeure von Bachmann Transport im Jahr 2025 mehr als 2,6 Millionen Kilometer zurückgelegt.
Noch keine übergeordnete Nachhaltigkeitsstrategie
Die Nachhaltigkeit spielt beim Transportunternehmen schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Die Routen werden so effizient wie möglich geplant, damit möglichst wenige Leerkilometer und Umwege gefahren werden. Reifen, deren Profil nicht mehr gut genug ist, werden nicht entsorgt, sondern neu aufgummiert oder neu gerillt. Die Siloauflieger werden so disponiert, dass möglichst wenig Produktewechsel nötig sind – beispielsweise von Zucker zu Salz – um den Reinigungsaufwand gering zu halten. Aktuell laufen zudem Tests, die Lastwagen mit dem umweltfreundlichen Dieselersatz HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) zu betanken, um den Kunden eine zusätzliche nachhaltige Transportmöglichkeit anzubieten. Bereits heute sind drei der insgesamt 36 Lastwagen des Unternehmens als Elektro-LKW im Einsatz. Bis 2030 sollen neun weitere dazukommen.
«Wir machen schon ziemlich viel für die Nachhaltigkeit. Bislang gibt es dafür in unserem Unternehmen aber noch keine übergeordnete Strategie», sagt Andreas Wagner. Das ändert sich nun. Denn genau diese Strategie wird im Rahmen des AKB Förderprogramms erarbeitet. Neben Andreas Wagner sind auch die weiteren Geschäftsleitungsmitglieder Philipp Bachmann und René Tresch Teil des Teams, das am Förderprogramm teilnimmt und die Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. «Dadurch, dass die gesamte Geschäftsleitung in das Programm involviert ist, wollen wir dem Thema einerseits die nötige Wichtigkeit geben und andererseits die Entscheidungsprozesse verkürzen», so Andreas Wagner.
Pragmatischer Ansatz
Die Bachmann Logistik AG Transporte Schweiz nimmt mit einer klaren Vorstellung am AKB Förderprogramm teil. «Als KMU haben wir keine eigene Nachhaltigkeitsabteilung und möchten auch keine theoretische Hochglanzstrategie entwickeln, sondern etwas, das zu unserem Unternehmen passt und im Alltag tatsächlich funktioniert», sagt Andreas Wagner. Es soll also ein pragmatischer Ansatz sein, der dem Unternehmen aber trotzdem einen Mehrwert bietet. Damit dies gelingt, wurde ein Plan erarbeitet, der drei Schritte umfasst. Als erstes wird ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, das neben der Umwelt auch die Themen soziale Nachhaltigkeit mit Fokus auf die eigene Belegschaft und Unternehmensethik abdeckt. In einem zweiten Schritt möchte die Bachmann Logistik AG Transporte Schweiz die bestehenden und die neuen nachhaltigen Aktivitäten besser sichtbar machen und in die Unternehmenskommunikation gegenüber Kunden, Lieferanten und bestehenden und potenziellen Mitarbeitenden integrieren. In einem dritten Schritt soll ein klarer Prozess etabliert werden, um die Nachhaltigkeitsstrategie in den Alltag zu integrieren und zu verstetigen. «Wir können uns beispielsweise vorstellen, dass unsere nachhaltigen Massnahmen einmal pro Jahr in einem kurzen Bericht dem Verwaltungsrat vorgelegt werden, um zu überprüfen, ob die Ziele erreicht wurden und wie diese angepasst werden sollen», sagt Andreas Wagner.
Priorisierung und Ressourcen
Die Bachmann Logistik AG Transporte Schweiz ist sehr zufrieden mit der Unterstützung, die sie im Förderprogramm seitens der AKB und der FHNW erhält. Andreas Wagner und sein Team schätzen besonders den strukturierten Prozess, den Austausch mit den anderen Teilnehmenden und die externe Sichtweise, welche die Expertinnen und Experten einbringen. Dennoch ist die Teilnahme auch eine Herausforderung. «Einerseits ist es eine Challenge, neben dem Arbeitsalltag genügend Zeit zu finden für die Arbeit im Förderprogramm und andererseits ist die Priorisierung nicht einfach. Es gibt unglaublich viele Themen, die zur Nachhaltigkeit gehören, und man findet sehr schnell viele mögliche Massnahmen. Aber unsere Ressourcen sind begrenzt. Wir müssen daher herausfinden, mit welchen Massnahmen wir tatsächlich eine Wirkung erzielen und welche wirtschaftlich tragbar sind.» Um Antworten auf diese Fragen zu finden, bietet das AKB Förderprogramm mit seinen Expertinnen und Experten die nötige Unterstützung.
Mehr erfahren: bachmann-transporte.ch