Heinz Baumgartner AG

Zwölf Roboterarme mit einer Länge von je 1,6 Metern sind in der grosszügigen, hellen Industriehalle aufgebockt. Jeder dieser Arme besteht aus rund 1500 Einzelteilen. Die Hälfte davon wird von der Heinz Baumgartner AG in Tegerfelden gefertigt, die andere Hälfte vom Kunden geliefert. Die Montage aller Einzelteile zum fertigen Roboterarm, der für ein Tumorbestrahlungsgerät verwendet wird, wird von den Mitarbeitenden in Tegerfelden übernommen. Alles in Handarbeit. Im Schnitt können sie pro Woche 24 dieser Roboterarme produzieren.
Die gut 1200 Roboterarme, die so pro Jahr entstehen, sind der grösste Auftrag der Heinz Baumgartner AG. 75 Personen – darunter elf Lernende – arbeiten für den Maschinenbaubetrieb, der in zweiter Generation von Erwin Baumgartner geführt wird. Das Unternehmen entwickelt keine eigenen Produkte oder Komponenten, sondern ist im Bereich der sogenannten Lohnfertigung tätig. «Das bedeutet, dass wir genau das produzieren, was unsere Kunden bei uns bestellen. Sie liefern uns die Pläne und bestimmen die Materialen, wir setzen um», erklärt Geschäftsführer und Hauptaktionär Erwin Baumgartner. Das können Einzelstücke sein oder auch Stückzahlen von mehreren hundert. Produziert wird ausschliesslich für Kunden in der Schweiz.
Soziale Nachhaltigkeit im Fokus
Aufgrund der Tatsache, dass die Heinz Baumgartner AG keine eigenen Produkte entwickelt und auch bei der Auswahl der Materialien kein Mitspracherecht hat, sind ihr die Hände im Hinblick auf die Nachhaltigkeit in diesen Bereichen gebunden. Das heisst aber nicht, dass sie dem Thema keine Bedeutung beimisst. Ganz im Gegenteil. Schon 2012 nahmen sie die erste PV-Anlage in Betrieb. Mittlerweile decken sie 27 Prozent des jährlichen Strombedarfs mit Sonnenenergie ab. Geheizt werden sämtliche Räumlichkeiten des Unternehmens mit Hilfe von Erdwärme, und die Beleuchtung erfolgt ausschliesslich über LED-Lampen.
Ein grosser Fokus bei den Nachhaltigkeitsbestrebungen des Unternehmens liegt jedoch auf sozialen Aspekten. «Die meisten unserer Mitarbeitenden kommen aus der Region. Die durchschnittliche Firmenzugehörigkeit liegt bei 12 Jahren. Darauf sind wir stolz», so Erwin Baumgartner. Jedes Jahr bildet das Unternehmen drei Lernende aus. Über die Jahre sind so fast 100 Fachkräfte ausgebildet worden. «Die Hälfte unserer Mitarbeitenden in der Produktion hat bei uns die Ausbildung absolviert, und auch drei Mitglieder der Geschäftsleitung haben bei uns die Lehre gemacht», sagt Erwin Baumgartner. Das neueste Projekt des Unternehmens ist eine Massnahme zur Gesundheitsförderung der Mitarbeitenden. Die Heinz Baumgartner AG arbeitet dafür mit einer Physiotherapiepraxis zusammen, welche die Mitarbeitenden betreut.
Nachhaltigkeitsstrategie erarbeiten
Im Rahmen des Förderprogramms möchte die Heinz Baumgartner AG nun eine Nachhaltigkeitsstrategie für die gesamte Firma erarbeiten. Daraus abgeleitet sollen dann verschiedene Massnahmen umgesetzt werden. So soll es einen jährlichen Nachhaltigkeitsbericht geben, in dem die wichtigsten Kennzahlen sauber aufbereitet sind. Dazu gehört auch eine CO2-Bilanz des Unternehmens. Basierend auf diesem Nachhaltigkeitsbericht soll auf der Website des Unternehmens eine Nachhaltigkeitsseite aufgebaut werden, und es soll ein Factsheet mit den wichtigsten Kennzahlen konzipiert werden, das Offerten beigelegt und Lieferanten auf Nachfrage ausgehändigt werden kann. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Gewinnung von Fachkräften. Dafür will die Heinz Baumgartner AG ihr bereits bestehendes vielfältiges Engagement zu Gunsten ihrer Mitarbeitenden noch aktiver kommunizieren.
Mehr erfahren: baumgartner-mechanik.ch