Adeco AG

Erinnern Sie sich noch daran, wie Ihr Schulzimmer in der Primarschule ausgesehen hat? Eine Wandtafel, ein Schreibtisch für die Lehrperson und dann viele fein säuberlich aufgereihte Holzbänke mit einem oder zwei Stühlen dazu. In ganz vielen Schulzimmern sieht es noch immer sehr ähnlich aus, vielleicht mit Ausnahme der Wandtafel, die durch ein Whiteboard oder einen grossen Screen ersetzt wurde.
Dass in den Schulzimmern sehr oft keine grundlegenden Veränderungen stattgefunden haben, hat auch Matthias Scheuber festgestellt. Er ist Geschäftsführer und Inhaber der Adeco AG aus Mellikon. Ein Familienbetrieb, der sich auf die Entwicklung und Produktion von Whiteboards sowie Akustik- und Einrichtungslösungen für Wohn- und Büroräume spezialisiert hat. «In der Bürowelt gab es in den letzten Jahren riesige Veränderungen», sagt er und nennt verschiedene Beispiele: höhenverstellbare Bürotische, Desk Sharing, Kollaborationsflächen, Fokusräume. Kurz: Unsere Büros haben sich an die veränderten Bedürfnisse unseres Arbeitsumfeldes angepasst. «Die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler und ihre Bedürfnisse haben sich ebenfalls stark verändert, aber ihre Arbeitsumgebung – die Schulzimmer – sind sehr oft gleichgeblieben. Genau hier wollen wir ansetzen. Wenn sich das Lernen verändert, muss sich auch die Umgebung verändern, in der Lernen stattfindet», so Matthias Scheuber.
Nachhaltigkeit ist längst Alltag
Deshalb spielen Matthias Scheuber und sein Team schon länger mit dem Gedanken, das «Schulmöbel der Zukunft», wie er es nennt, zu entwickeln. Als er vom AKB Förderprogramm erfuhr, zögerte Matthias Scheuber daher nicht lange. «Das Förderprogramm gibt den optimalen zeitlichen Rahmen vor, um ein Projekt, das man schon lange mit sich herumträgt, auch wirklich in die Tat umzusetzen.» Und noch ein zweiter Aspekt sprach für die Teilnahme am Förderprogramm: Die Nachhaltigkeit spielt bei allen Produkten der Adeco AG eine wichtige Rolle. Und das soll auch beim neusten Produkt der Fall sein. «Meine Eltern haben meiner Schwester und mir schon sehr früh ökologische Grundwerte vermittelt», sagt Matthias Scheuber.
Bei allen Produkten der Adeco AG wird daher darauf geachtet, dass die verwendeten Materialen aus der Schweiz oder dem DACH-Raum kommen, dass wenn immer möglich natürliche und hochwertige Materialien bevorzugt verwendet werden und der Recyclinggedanke von Anfang an mitschwingt. «Dass wir bei unseren Produkten diese Aspekte berücksichtigen, war für uns immer völlig klar. Aber weil das für uns so alltäglich war, haben wir das in der Kommunikation mit unseren Kundinnen und Kunden kaum thematisiert. Das war sicher ein Fehler, den wir bei unserem neuen Schulmöbel-Projekt vermeiden wollen», so Matthias Scheuber.
Vielseitig einsetzbar
Bevor aber über das «Schulmöbel der Zukunft» kommuniziert werden kann, muss es erst noch geplant und realisiert werden. Genau das soll bis zum Ende des Förderprogramms im Dezember geschehen. Dann soll der erste Prototyp stehen. Bis es so weit ist, steht aber noch viel Recherche- und Planungsaufwand an. «Uns ist es extrem wichtig, dass wir unser Know-how in der Entwicklung von Büromöbeln mit den aktuellsten Erkenntnissen aus der Pädagogik und der Lernraumentwicklung kombinieren. Dafür sind die Expertinnen und Experten aus dem AKB Förderprogramm extrem wichtig», erzählt Matthias Scheuber. Auch sollen die Erfahrungen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrpersonen mit in die Entwicklung einfliessen. «Wir haben Kinder verschiedener Schulstufen besucht und ihren Alltag beobachtet. Welche Arbeitsformen wechseln sich im Unterricht ab? Wann braucht es Bewegung? Wie schnell muss ein Raum umgestellt werden können? Auf diese Fragen wollten wir Antworten haben, um ein möglichst passendes Möbel zu entwickeln», so Matthias Scheuber.
Das Entwicklungsteam mit Matthias Scheuber, seiner Schwester Katharina Bachmann (Marketing) und Toni Schüpbach (Konstruktion) will mit dem neuen Schreibtisch und dem dazu passenden Stuhl gleich mehrere zentrale Kriterien erfüllen: Die Möbel sollen «mitwachsen» von der Primar- bis zur Oberstufe. Sie sollen ohne Werkzeug zu bedienen, einfach zu reparieren und modular erweiterbar sein. Zudem soll der Tisch einfach an die Arbeitssituation angepasst werden können – von Einzelarbeit bis hin zur Arbeit in Kleingruppen soll mit dem Schreibtisch alles möglich sein. «Besonders spannend ist für uns die Frage, ob sich Materialien einsetzen lassen, die heute als Rest- oder Abfallstoffe anfallen, und ob daraus wieder hochwertige, langlebige Bauteile entstehen können», sagt Scheuber. Dafür wurde ein Industriedesigner mit Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft mit an Bord geholt.
Priorisierung als Herausforderung
Die Entwicklung dieses multifunktionalen Möbels für die Klassenzimmer der Zukunft ist eine grosse Herausforderung. Denn die Aspekte der Nachhaltigkeit müssen kombiniert werden mit den unterschiedlichen Anwendungsbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler sowie den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Matthias Scheuber ist aber dennoch überzeugt, dass er mit seinem Team bis zum Ende des Jahres den Prototypen entwickeln kann. Wie die Schulmöbel am Ende genau aussehen werden, ist bewusst noch nicht abschliessend definiert. «Für uns ist jedoch klar, dass sich nicht die Schülerinnen und Schüler dem Möbel anpassen müssen, sondern dass es den Menschen, ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und dem Lernen gerecht werden soll», sagt Matthias Scheuber. Im nächsten Jahr will die Adeco AG mit der Produktion und der Vermarktung des neuen Schulmöbels beginnen.
Mehr erfahren: adeco.ch