ARNOLD Rahmenmanufaktur GmbH

Die 240 Quadratmeter grosse Werkstatt in Rombach mit den zwei abgetrennten Arbeitsräumen ist das Reich von Daniel Arnold. Hier produziert er mit seiner Partnerin und zwei Mitarbeitenden Bilderrahmen in den unterschiedlichsten Grössen und aus den verschiedensten Materialien. Alles hochwertige Einzelanfertigungen, die mit viel Liebe zum Detail von Hand gefertigt werden. Die meisten Kundinnen und Kunden sind Privatpersonen, aber auch Institutionen und Kunstschaffende aus der ganzen Deutschschweiz setzen auf die Beratung und das Handwerk von Daniel Arnold und seinem Team.
An der Wand hinter dem grossen Beratungstisch direkt beim Eingang sind drei grosse Stahlplatten an der Wand angebracht. Auf jeder Platte befinden sich vier Reihen mit verschiedenen Mustern von Bilderrahmen. Sortiert von den dicksten bis hin zu den feinsten. «Wir arbeiten mit sieben verschiedenen Holzarten und können Bilderrahmen in 200 verschiedenen Farben produzieren. Wir schneiden, heften, schleifen und malen alles selbst. Auch das Glas und den Karton schneiden wir vor Ort auf Mass zu und montieren die Werke fachgerecht im Rahmen, damit man sie auch wieder aus den Rahmen entfernen kann», erklärt Daniel Arnold. «Wir streben bei jeder Einrahmung nach dem perfekten Rahmen, der das Kunstwerk optimal zur Geltung bringt und es zugleich nach den höchsten konservatorischen Standards schützt.»
Als Quereinsteiger
Daniel Arnold ist der Inhaber der ARNOLD Rahmenmanufaktur GmbH. Ein Unternehmen, das er 2016 gegründet hat – als Quereinsteiger. Denn ursprünglich schloss Arnold die Ausbildungen als Lastwagenchauffeur und Automechaniker ab, ehe er ein Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaft absolvierte. 2014 zog es ihn dann aber erneut zum Handwerk. «Als ich zwei Bilder zu einem Rahmenbauer in Aarau brachte, verliebte ich mich sofort in diese Tätigkeit. Ich war hin und weg», erzählt er.
2015 arbeitete Daniel Arnold gemeinsam mit dem Rahmenbauer in Aarau, ehe er im Jahr darauf das Geschäft übernahm. Heute produziert er mit seinem Team bis zu 8000 handgefertigte Bilderrahmen im Jahr. Ein Handwerk, das in der Schweiz neben der ARNOLD Rahmenmanufaktur GmbH nur noch wenige andere Betriebe in dieser Qualität anbieten. Entsprechend gross ist die Nachfrage. «Wir werden zum Teil förmlich überrannt», sagt Arnold.
Nachhaltigkeit als Verpflichtung
Bei seiner Arbeit legt er grossen Wert auf Nachhaltigkeit. Die verwendeten Materialien kommen wenn immer möglich aus der Region, um Transportwege zu minimieren und die regionale Wirtschaft zu unterstützen. Bei der Produktion der Rahmen achtet er zudem darauf, möglichst wenig Abfall zu produzieren. «Wir verstehen Nachhaltigkeit nicht als Schlagwort, sondern als Verpflichtung gegenüber Leben, Natur und Umwelt», sagt Daniel Arnold. Auf eine grosse Frage hat er allerdings noch keine Antwort gefunden: Ist es möglich, die Rahmenmanufaktur als Kreislaufwirtschaft zu betreiben? Also so, dass alles Material ohne Abfall verwendet werden kann?
Trotz vieler Experimente hat Daniel Arnold bislang noch keine praktikable Lösung gefunden. Denn es gilt, zwei grosse Hürden zu meistern: Einerseits sind die Mengen an Holz, Glas und Karton sehr gross – zu viel für private Abnehmerinnen und Abnehmer, für Partner aus der Industrie aber deutlich zu wenig. Andererseits sind Karton und Glas besonders hochwertige Produkte. Das Glas beispielsweise ist mit einer UV-Beschichtung versehen und wird daher als Sonderabfall eingestuft. «Mein grosses Ziel ist es, dass ich gemeinsam mit den Expertinnen und Experten aus dem AKB Förderprogramm eine Lösung finde, um unsere Materialkreisläufe bestmöglich zu schliessen», begründet Daniel Arnold seine Teilnahme am Programm.
Drei Teilprojekte in Arbeit
Für ihn ist aber auch klar: Er will die Kreislaufwirtschaft nicht um jeden Preis erzwingen. «Die Weiterverwendung soll effizient und kostenneutral möglich sein. Ansonsten ist die Lösung für uns als kleiner Betrieb nicht tragbar», sagt Arnold. Bis zum Abschluss des Förderprogramms will er mindestens für drei identifizierte Problemfelder der Kreislaufwirtschaft eine Lösung erarbeiten: Das benötigte Holz soll aus der Schweiz oder idealerweise sogar aus dem Aargau stammen, es soll eine wirtschaftlich tragbare Recyclinglösung gefunden werden für Alu-Dibond Platten (inkl. Rücknahmelogistik), die als Träger für gedruckte Fotos sehr beliebt sind, und es soll auch eine geprüfte Entsorgungs- und Recyclingoption für das UV-beschichtete Glas geben.
Das ist aber nicht das einzige Projekt, das Daniel Arnold im Rahmen des Förderprogramms angehen will. Er möchte zusätzlich den Rahmenverschluss seiner Bilderrahmen neu entwickeln, damit dieser sowohl als Verschluss als auch als Wandhalterung genutzt werden kann. Zudem möchte Daniel Arnold das Thema Nachhaltigkeit in seiner Kommunikation vermehrt aufgreifen. «Die Nachhaltigkeit soll integraler Bestandteil unserer Marke werden und auf unserer Website und in unserem Showroom erkennbar sein.»
Mehr erfahren: rahmenmanufaktur.ch